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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 00:19 Uhr

Erfolgreiche Entwicklungshilfe

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Wedeler Daniel Jestrzemski unterstützt eine Siedlung in Ecuador / Fast 25 000 Euro kamen für sauberes Wasser zusammen

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Progreso, so heißt das Dorf mitten im Regenwald in Ecuador. Progreso, das bedeutet wörtlich übersetzt „Fortschritt“. Für einen großen Fortschritt in dem südamerikanischen Dorf ist Daniel Jestrzemski verantwortlich. Der Wedeler sammelte seit 2010 Spenden für ein Entwicklungsprojekt. 24 680 Euro kamen dabei zusammen. Dank ihm gibt es nun in „Progress de Canadé“, so der vollständige Name der Siedlung, einen Brunnen. Und damit sauberes Trinkwasser für die Dorfbewohner.


Wasser aus dem Fluss war verunreinigt


Rückblick: Der heute 27-Jährige war vor drei Jahren über die Universität in Ecuador. Der damalige Bachelor-Student der Forstwirtschaft mit dem Schwerpunkt Tropenwälder reiste für ein Forschungsprojekt dorthin. Der Zustand des Regenwaldes sollte erforscht werden. Noch heute schwärmt er von der Landschaft „Sie ist eine Perle, was die Natur betrifft.“ So schön die Landschaft sei, so schlecht gehe es den Menschen. Als er nach Deutschland zurückkehrte, wusste er: „Ich will helfen.“ Mehrere Wochen hatte er in der Siedlung verbracht und dort den rund 30 Familien bei der Zuckerrohr- und Kakaoernte geholfen. Den Kindern brachte er Englisch bei. „Im Vergleich zu Deutschland herrschen dort sehr ärmliche Verhältnisse“, berichtet der Student. „Das Dorf grenzt an ein Indianergebiet, die Einwohner leben von Kleinstjobs.“ Er war betroffen. Gemeinsam mit den Familien überlegte er, was zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen könnte. Ein Brunnen, das war wichtig. „Bisher wurde das Wasser aus dem nahe gelegenen Fluss getrunken“, so Jestrzemski. Viele Keime und Bakterien seien darin. Denn der Fluss Rio Canadé ist mit Dünger und Pestiziden von den Plantagen verunreinigt. Und das ist eine starke Belastung für die Gesundheit. Ohnehin war die Beschaffung des Wassers beschwerlich. Vor allem die Kinder holten mit 20-Liter-Kanistern mehrmals täglich das lebensnotwendige Nass.


Er plant ein neues Projekt in Südostasien


Hilfe zur Selbsthilfe, das war das Ziel. Wieder in Deutschland engagierte sich Jestrzemski, führte viele Gespräche mit Hilfsorganisationen. Ein Aufruf zum Spenden in dieser Zeitung war Teil der Öffentlichkeitsarbeit. Bei einer in Bielefeld ansässigen Arbeitsgemeinschaft für Regenwald und Artenschutz (Ara) hatte er Erfolg. Ara betreute das Projekt. Außerdem wurde es vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und der Stiftung „Ein Herz für Kinder“ unterstützt.

In Progreso wird das Wasser jetzt vom Fluss in ein Filtersystem gepumpt, das aus drei sogenannten Zisternen besteht. In drei Schritten werden erst grobe Verunreinigungen, dann Sand und Schlamm entfernt. Im dritten Schritt wird es mit Aktivkohle geklärt.

„Das Projekt ist erfolgreich abgeschlossen“, sagt Jestrzemski mit Stolz. Seit seinem Aufenthalt vor drei Jahren war er nicht mehr in Ecuador. Er plant aber, bald wieder hinzureisen, um sich die Umsetzung der Spendengelder selbst anzuschauen. Doch die gute Tat scheint ihm noch nicht genug. Mittlerweile studiert er „Tropical and International Forestry“ in Göttingen, vor kurzem war er deswegen in Südostasien. Nun möchte er auch für die Menschen dort Spenden sammeln.

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