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„Radio Wedel“ : Er sendet von der Elbe in die Welt hinaus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Heinz Ransom betreibt seit zwei Jahren das Internetprojekt „Radio Wedel“. Live-Angebote sollen ausgebaut werden.

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2016 | 16:30 Uhr

Wedel | Das kleine Arbeitszimmer bei Familie Ransom ist bis oben hin vollgestopft. Sechs PC-Monitore, ein Keyboard, eine Mikrofonanlage und 2600 CDs, fein säuberlich nach Genres geordnet. Aus diesem Zimmer sendet Heinz Ransom Musik in die Wohnzimmer der Rolandstadt und – dem Internet sei Dank – auch in den Rest der Welt. Der 59-Jährige betreibt seit genau zwei Jahren Radio Wedel.

Die ersten Schritte auf dem Weg zum Online-Radiomoderator machte der Computerfachmann bereits Ende der 1990er: „Mein Bruder war Amateurfunker und wollte seine Rundsprüche auch über das Internet verbreiten.“ Ransom programmierte einen Live-Stream für die Website. Vor zwölf Jahren zeigte dann ein Freund dem Wahl-Wedeler sein privates Radio-Studio und für Ransom stand fest: Das will ich. „Ich habe dann jahrelang für verschiedene Internetradios gearbeitet und vor zwei Jahren beschlossen, mein eigenes Ding zu machen.“ Seitdem ist er Mitglied bei laut.fm, ein Verbund von 1620 privaten Webradio-Moderatoren. Laut.fm schaltet Werbung bei Radio Wedel und übernimmt dafür die GEMA-Gebühren. „Ich mache das Ganze ja als Hobby und nicht um Geld zu verdienen“, betont Ransom.

Der Schwerpunkt bei Radio Wedel ist ein vielfältiges Musikprogramm. Darauf legt der 59-Jährige Wert: „Ich mag kein Radio, wo ständig gequatscht wird.“ Die Playlisten stellt der Moderator im Vorfeld zusammen. Das Spektrum reicht von Seemannsliedern über Country bis zu Filmmusik. Einen besonderen Platz in Ransoms Herzen hat Instrumentalmusik, zum Beispiel von James Last oder Jean Michel Jarre. Unbekanntere Bands zu fördern ist ihm aber ebenfalls ein Anliegen. So erklangen Tim Lindes Lieder bereits bei Radio Wedel, als die Karriere des Holmers noch in den Kinderschuhen steckte. Das Feedback ist gut. Bislang verzeichnete das Internetprojekt mehr als 7000 Besucher auf der Website. Das Live-Programm möchte Ransom Schritt für Schritt ausbauen. Einzelne Sendungen kündigt das Radio-Wedel-Team, zu dem auch Norbert Noritz, Miroslav Cic sowie Fiona und Kiki Ransom gehören, bei Facebook und Twitter an. Zuletzt war Radio Wedel an Silvester sechs Stunden am Stück live zu hören. Geplant sind auch lokale Nachrichtensegmente am Abend. Bereits jetzt ein erfolgreiches Konzept sind Live-Sendungen, zum Beispiel von Hochzeiten: „Dann können sich Freunde und Verwandte, die nicht kommen können, von überall auf der Welt in die Feier einschalten.“

Radio Wedel kann im Internet gehört werden. Auf der Website kann auch eine laut.fm-App für mobile Geräte runtergeladen werden. Das Team freut sich immer über CD-Spenden.

Denn gehört wird Radio Wedel auf dem ganzen Globus. Auf seiner Website verzeichnet Ransom die Zugriffe auf einer Weltkarte. Von Brasilien bis Burundi, von Maritius bis Malaysia. Auf jedem Kontinent hat sich bereits ein Hörer in die Übertragungen aus der Rolandstadt eingewählt. Manche davon sind Exil-Norddeutsche. Wie der Hamburger, den es nach Mexiko-Stadt verschlug und der Ransom von dort kistenweise CDs schickt. Damit Radio Wedel auch weiter Seemannslieder und Shantys per Kabel und Satellit von der Rolandstadt in die Welt senden kann.

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