Entlassungsfeiern mit Knalleffekt

Noch einmal gemeinsam versammelt: Absolventen GHS mit allgemeinbildendem und mittlerem Abschluss feierten ihren letzten Schultag. Fotos: Stolzenberg
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Noch einmal gemeinsam versammelt: Absolventen GHS mit allgemeinbildendem und mittlerem Abschluss feierten ihren letzten Schultag. Fotos: Stolzenberg

Gebrüder-Humboldt-Schule verabschiedet 87 Abiturienten und 46 Absolventen mit allgemeinbildendem und mittlerem Schulabschluss

shz.de von
23. Juni 2018, 16:00 Uhr

Mit zwei Feiern verabschiedete die Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) ihre Absolventen. Erst waren 46 junge Leute dran, die den allgemeinbildenden (ESA) oder den mittleren (MSA) Abschluss erreicht hatten, tags drauf ließen sich 87 Abiturienten feiern. Deutlichster Unterschied zwischen den Veranstaltungen war das Wetter, schwülheiß am ersten Tag, kühl und regnerisch am zweiten.

Der Schulchor ging damit besonders lässig um: Zur ersten Feier brachte er Shorts und T-Shirts aufs Podium, 24 Stunden später dann deutlich mehr Klamotten. Aber auch viele Absolventen nahmen ihre Zeugnisse in hochsommerlich legerem Outfit in Empfang. Selbst am kühleren zweiten Tag waren Jacketts und Krawatten die Ausnahme bei den jungen Männern. Die Abiturientinnen legten allerdings erkennbar mehr Wert auf schicke Kleidung als die jungen Damen am Tage zuvor.

Andere Unterschiede: Die erste Feier wurde von Schülern moderiert. Riekje Zahn und Simon Hansen erhielten dafür viel Applaus. Durch die Abi-Feier führten Schulleiter Andreas Herwig-Soroka und Oberstufenleiter Marcus Ferks. Die Stadt Wedel war am ersten Abend durch Bürgermeister Niels Schmidt (Parteilos) vertreten, der wie bei jeder Schulentlassung bei den jungen Leuten dafür warb, nach ihren Feiern die Stadt bitte stehenzulassen. Zu den Abiturienten kam der neue Stadtpräsident Michael Schernikau (CDU).

Die Reden an den beiden Terminen ähnelten sich ansonsten. Herwig-Soroka konnte für seine beiden Botschaften nicht ohne Physik auskommen, wie er gern einräumte. Ausführlich zitierte er Stephen Hawking, dem Mediziner nach seiner Erkrankung an amyotropher Lateralsklerose (ALS) nur eine Lebensdauer von wenigen Jahren prophezeiten, der sich aber selbst durch diese Nachricht nicht entmutigen ließ, studierte, lehrte und dann die Wissenschaft als theoretischer Physiker und Astrophysiker um wichtige Erkenntnisse bereichert hat. „Auch ihr werdet gebraucht. Geht mit Selbstbewusstsein, Mut und Herz an die Herausforderungen heran, die auf euch zukommen“, so das Fazit des Schulleiters.

Für die Eltern schärfte Britta Wien-Hansen den neunten und zehnten Jahrgängen ein, Mut zu Entscheidungen zu haben. Abiturientenmutter Antje Hellmann-Kistler machte das lebenslange Lernen zu ihrem Thema, ebenso die Bereitschaft, Fehler einzusehen und zu korrigieren.

„Nie wieder Schule!“ war der provozierende Jubelruf, mit dem Abiturientin Jelka Wöbke ihre Rede einleitete. Dass sie das nicht wirklich ernst meinte, wurde schnell deutlich. Überschwänglich dankte sie den Lehrern der zurückliegenden Jahre für die gute und fruchtbare Zeit, beschwor Erinnerungen an Schülerstreiche und Klassenfahrten und gestand schließlich ein: „Ein Vorzeigejahrgang waren wir eher nicht.“

Die Klassenlehrer schienen anderer Meinung zu sein. „Schade, dass ihr jetzt geht“, trauerte einer den Abgängern nach, „ihr habt unsere Erwartungen übertroffen“, lobte ein anderer.

An beiden Tagen gab es Bild- und Filmpräsentationen, die Stationen der Schulzeit ins Gedächtnis riefen. Dabei gebe es „Stroboskopeffekte“, hatten die Schüler gewarnt, also eher unnatürlich langsame Abläufe mancher Szenen. Dass es ganz zum Schluss noch einen lauten Knalleffekt gab, blieb aber geheim, bis die beiden Kanonen auf dem Podium sich mit aufschreckendem „Bumms“ entleerten und rote Papierschnipsel in die Luft schleuderten. Danach durfte mit Sekt oder Saft angestoßen werden.

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