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Streit ums Kraftwerk in Wedel : „Enteignungen wird es nicht geben“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Auf dem vorerst letzten Info-Abend zur GuD-Pipeline wurden viele wichtige Fragen beantwortet - nur bei den Kosten blieben die Auskünfte vage.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Nur 25 interessierte Bürger erschienen zum vorläufig letzten Info-Abend über die geplante Gaspipeline von Hetlingen nach Wedel, die das neue Kraftwerk mit dem nötigen Brennstoff versorgen soll. 90 Minuten lang standen drei Herren im Bauhof der Stadtwerke Wedel Rede und Antwort: die Projektmanager Hauke Wagner und Timo Stampe von Betreiber Vattenfall und Adam Krüppel, Geschäftsführer der Stadtwerke Wedel. Letzterer betonte mehrfach, dass es Enteignungen im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen nicht geben werde.

Um-Leitung heißt das Zauberwort dazu. Timo Stampe: „Die Art der Rohrverlegung lässt es ohne Weiteres zu, auch kurzfristig Auswege zu nehmen, wenn sich beispielsweise ein Grundstückseigentümer querstellt.“ Der Genehmigungsbescheid für das Projekt in zweistelliger Millionenhöhe sei unterwegs, „also Grünes Licht aus Kiel“. Die Kosten werden bislang nur vage angegeben, von zehn bis 20 Millionen Euro ist die Rede. Mit dem Baubeginn rechnen die Planer in etwa einem Jahr, Ende 2014. „Wir haben noch einige enge Stellen beim Verlauf der Trasse,“ räumte Krüppel ein, „aber auch da werden wir noch den richtigen Schuhanzieher finden.“

Die Bauzeit wird laut Stampe etwas mehr als ein Jahr betragen, „Anfang 2016 sollte alles fertig sein vom Abnahmepunkt bei Hetlingen bis zum Kraftwerk am Tinsdaler Weg in Wedel.“ Dann liegen auf rund zwölf Kilometern vorbei an Holm, über Voßhörntwiete und Wedeler Au, nördlich längs der S-Bahn und dann via Industriestraße die ummantelten Stahlrohre in der Erde. Sperrventile sind nur am Anfang und am Ende eingeplant.

Sorgen um Haftung und Sicherheit

Auch wenn Sicherheit laut Vattenfall und Stadtwerken höchste Priorität habe, machten sich mehrere Zuhörer Sorgen und fragten nach der Haftung bei Problemen oder einem Störfall. Die klare Antwort vom Eigentümer, dem Energiekonzern: „Wir als Eigentümer haften.“ Das gleiche gilt demnach für die Möglichkeit eines nicht geplanten, aber auch nicht auszuschließenden Rückbaus.

Den Einwurf, es gäbe in Deutschland durchaus Gaskraftwerke, die wegen Unrentabilität still gelegt worden sind, ließ Vattenfall nicht gelten, weil es dort um Strom und nicht wie in Wedel um Fernwärme gehe. Wagner: „Derzeit liefern wir an 180 000 Haushalte und die Tendenz ist steigend, weil gleichermaßen immer mehr für Wärmedämmung an den Gebäuden getan wird.“

Nachhaltig wurde darauf hingewiesen, wie groß die Sicherheit der Rohrleitung ist. Wo immer möglich wird sie mit bereits vorhandenen Systemen kombiniert, liegt also neben Wasser und Strom. Zweimal jährlich gibt es eine Begehung und Begutachtung. Sollte doch irgendwo ein „schwarzes Schaf“ mit einem Bagger anrücken, sei erstmal das Gerät kaputt und nicht die Leitung. Der Druck liege zwischen 30 und 60 Bar, ausgelegt sind die Rohre für 84. So hoch könne der Wert niemals werden, weil in der Fernleitung nur 70 Bar möglich seien.

Adam Krüppel verwies in diesem Zusammenhang darauf, wie hoch der Sicherheitsstandard in Deutschland sei. „Wir haben eine Fehlerquote bei den Pipelines von 0,05 Prozent.“ Auch liegen die Rohre tiefer als es die Vorschrift vorsehe – statt der geforderten 80 Zentimeter gehe man auf 100 bis 120. Wenn die Leitung wie etwa bei der Unterquerung der S-Bahn im Bohrverfahren gelegt wird, kommt man sogar locker auf sechs Meter.

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