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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:47 Uhr

Engagement auf höchster Ebene

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Von Wedel nach Straßburg: Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums sind heute zum Gespräch im EU-Parlament eingeladen

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2014 | 16:00 Uhr

15 Schüler des Wedeler Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) besuchen heute das EU-Parlament in Straßburg, Frankreich. Gestern traten sie die Fahrt an. Am frühen Morgen, 6.33 Uhr, ging es los. Grund des Ausflugs: Sie sind zum Gespräch mit der Abgeordneten Barbara Lochbihler (Bündnis 90 / Die Grünen, Foto) eingeladen. Thema: Kindersoldaten. Denn die Jugendlichen engagieren sich im Rahmen der internationalen „Aktion Rote Hand“ gegen die Rekrutierung und den Einsatz von Minderjährigen als Soldaten.

Das JRG setzt sich bereits seit fünf Jahren dagegen ein. Lehrerin Beate Sydow hatte die Aktion im Rahmen des Religionsunterrichts 2009 initiiert. Zum neuen Schuljahr wird es eigenständig, als Wahlpflichtmodul „Gewalt und Frieden“, angeboten.

Die Schüler, die damals teilnahmen, sind jetzt in der 12. Klasse. Mehrere von ihnen fahren mit nach Straßburg. Und sie haben ihre Erfahrungen bereits an die Jüngeren weitergegeben. Deswegen reisen auch zwei Siebtklässler mit nach Frankreich. „Wir hoffen auf ein interessantes, erkenntnisreiches Gespräch mit der Abgeordneten“, waren sich die Schüler im Vorfeld im Tageblatt-Gespräch einig.


Viele Fragen an die EU-Abgeordnete


Lochbihler ist ehemalige Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation „Amnesty International“. 2009 wurde sie ins EU-Parlament gewählt, seit 2011 ist sie Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses. Sie kennt sich aus. Die Jugendlichen bringen viele Fragen mit ins EU-Parlament: „Wir wollen wissen, wie sie sich dafür im Parlament einsetzt“, sagt Schülerin Melina Landau (18). Außerdem fordern die Schüler, dass es ehemaligen Kindersoldaten besser gehen soll. Ausschlaggebend sei dafür auch die Asylrechtsgrundlage. Sie müsse geändert werden. „Mehr Therapiemöglichkeiten und Zentren, um das Erlebte zu verarbeiten wären sinnvoll“, sagt der 15-jährige Piet Vehlhaber.

Laut Kinderhilfswerk „terre des hommes“ gibt es heutzutage schätzungsweise 250 000 Kindersoldaten. Vor allem in Ruanda, im Kongo oder in Myanmar. „Frau Lochbiehler selbst war kürzlich in Myanmar, wir hoffen, sie berichtet davon“, sagte Sydow vor der Abreise.

Die Schüler nahmen freiwillig an dem Projekt teil. Und leisteten Aufklärungsarbeit, zum Beispiel an anderen Schulen im Kreis. Die Reise ist nicht die erste im Namen der Aktion: JRG-Delegationen fuhren bereits drei mal nach Berlin, unter anderem auf Einladung von Ernst Dieter Rossmann (SPD, MdB) und der Kinderkommission. Im Bundestag sammelten sie damals über 130 Rote Hände (wir berichteten). Und im Kieler Landtag trafen sie Barbara Ostmeier (CDU).

Insgesamt trugen sie jährlich 300 bis 500 Rote Hände zusammen, zirka 2000 Stück sind das mittlerweile. Auch in Straßburg wollen die Wedeler Rote Hände sammeln. Am Freitag kommen sie – hoffentlich mit vielen Handabdrücken – zurück in die Rolandstadt.

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