Einsatzrekord für Moorreger Wehr

Acht Moorreger Feuerwehrmitglieder wurden während der Jahreshauptversammlung befördert.
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Acht Moorreger Feuerwehrmitglieder wurden während der Jahreshauptversammlung befördert.

92 Einsätze haben die Retter 2017 bewältigt / Unwetterschäden sorgen für Mehrarbeit / Weitere Mitglieder dringend benötigt

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24. Januar 2018, 16:00 Uhr

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Moorrege werden immer mehr gefordert. 2017 mussten die 44 Kameraden, darunter fünf Frauen, 92 Einsätze bewältigen, teilte Wehrführer Sven Heitmann während der Jahreshauptversammlung am Montagabend in der Feuerwache mit. „Das ist im Vergleich zum Vorjahr erneut eine Steigerung zu den 82 Einsätzen, die wir im Spitzenjahr 2014 zu bewältigen hatten“, sagte Heitmann. Die Zahl der Brände war in Moorrege rückläufig, aber die Stürme sorgten für 53 Prozent der Einsätze.

Die Stimmung unter den Rettern war aufgeräumt. Unter den Gästen waren nicht nur Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) und seine Vize-Bürgermeister Dirk Behnisch (SPD) und Georg Plettenberg (CDU) sowie der Kreistagsabgeordnete Veit Ghiladi (CDU), sondern auch in guter Tradition Pastorin Vivian Reimann-Clausen und Amtsdirektor Rainer Jürgensen. Erstmals dabei: Inga und Michael Freitag, die mit einem Foto-Shooting der Moorreger Kameraden bundesweit für Furore gesorgt und dafür den dritten Platz des Förderpreises „Helfende Hand“ vom Bundesinnenministerium erhalten hatten. Zur Erinnerung ließ das in Uetersen lebende Paar alle Feuerwehrleute die Urkunde unterzeichnen. Die Fotos begeisterten auch Jürgensen. „Die Bilder sind echt irre, ich wusste gar nicht, wie gut ihr ausseht“, sagte er.

Werbung – das steht für die Retter ganz oben auf der Agenda. Das machte Heitmann auch während der Hauptversammlung deutlich. „Herr Bürgermeister, wir haben Personalprobleme“, sagte er in Richtung Weinberg. Und monierte, dass dieser nicht den Neujahrsempfang genutzt habe, für seine Wehr die Werbetrommel zu rühren. Zwar habe Weinberg alle Ehrenämtler geehrt. „Aber ein paar Sätze mehr hätten uns gutgetan“, sagte Heitmann. Es gab aber auch Streicheleinheiten für Weinberg, der oberster Dienstherr der Wehr ist. „Bei einer dieser Sturmnächte sind Sie ja stundenlang vor Ort gewesen. Das sind genau die Signale, die den Kameraden im Gedächtnis bleiben.“

Ein Lob gab es für die Moorreger Kameraden von Kreiswehrführer Frank Homrich. Sie hatten die Bundestagswahl genutzt, um vor dem Wahllokal an der Grundschule für sich zu werben. Mit Erfolg: Fünf neue Mitglieder kamen dabei heraus.

Einstimmig wurde beschlossen, zwei syrische Flüchtlinge in die Reihen der Aktiven aufzunehmen. Emil Shlil (28) und Reemon Wahbi (35) waren aus Homs geflüchtet und sind seit September 2015 in Deutschland. Beide sprechen inzwischen fließend Deutsch. Dabei hat auch die Feuerwehr geholfen. „Wir brauchten Kontakt, um die Sprache schnell zu lernen“, sagte Shlil. Warum die Freunde bei der Feuerwehr mitmachen wollten, erklärte er mit den Worten: „Deutschland hat uns geholfen, und nun wollen wir helfen.“ Die Syrer sind in die Wehr voll integriert, haben vorher wie alle Anwärter eine harte Ausbildung durchlaufen. Shlils macht derzeit eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann. Seine Frau Remi Wehbi ist, wie Wahbis Frau Mais Shalil und die gemeinsame Tochter Jetel Wahbi (5) im Zuge der Familienzusammenführung in Deutschland. Wahbi macht derzeit eine Ausbildung zum Maschinenführer.

Auch Wahlen standen auf dem Programm. Kassenwart Uwe Woßnik schied nach 31 Jahren aus dem Amt aus. Sein Nachfolger wurde Ole Rohwer. Ebenfalls einstimmig wurden Jakob Nawrot zum Vize-Gerätewart und Arne Böttcher zum Sicherheitsbeauftragten gewählt. Neuer Kassenprüfer ist Nico Amtage.

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