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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 09:51 Uhr

Wedel : Einsatz in verqualmten Tunneln

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Jugendfeuerwehren aus Wedel und Pinneberg trainieren im Bunkerlabyrinth des ehemaligen Hilfskrankenhauses unter dem Ristgymnasium.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Wedel | Die Einsatzmeldung war für die Jugendfeuerwehren Wedel und Pinneberg nichts Ungewöhnliches: „Wir haben ein Feuer. Mehrere Personen vermisst.“ Dafür sorgte der Ort bei der gemeinsamen Übung in der Rolandstadt für große Augen. Robin Thießen, Organisator und Ausbilder der Wedeler Jugendwehr, hatte den Bunker unter dem Johann-Rist-Gymnasium ausgewählt. 5000 Quadratmeter Fläche. Unzählige Räume und Nischen. Fast totale Dunkelheit – bis auf einige Leuchtstreifen aus den 1970er Jahren, die fast alle Räume in ein gespenstisches Grün tauchten.

40 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren rückten mit fünf Einsatzfahrzeugen an. Vor Ort übernahm Jugendgruppenleiterin Laura Essig das Kommando. Die 16-Jährige ließ die Angriffstrupps mit Funkgeräten ausstatten und dann rückten die beiden Dreierteams gemeinsam vor. Immer durch eine Leine gesichert, um sich in den unterirdischen Gängen nicht zu verlaufen. Raum um Raum wurde durchkämmt, um den Brandherd und die im Bunker positionierten Statisten zu finden. Das größte Problem: Die Kommunikation. Denn schon nach wenigen Metern brach der Funk nach Draußen ab. „Da geht nichts. Die Teams können fast nur untereinander kommunizieren“, erläuterte Thießen. Genau das sollte neben dem Auffinden der Personen geübt werden.

Hinter einer schweren Stahltür ertönten Schreie. Kurz wurde die Tür einen Spalt geöffnet. Dann fiel sie wieder zu. Die Angriffstrupps mussten warten. Die Wasserversorgung musste stehen, bevor der Gang des ehemaligen Behelfskrankenhauses betreten werden konnte. Nebelmaschinen sorgten dafür, dass die Jugendlichen kaum die eigene Hand vor den Augen erkennen konnten als sie im Entengang vorrückten. Nach gut einer Stunde war alles vorbei. „Die Übung ist beendet“, vermeldete Essig. Alle Vermissten waren gefunden. Das vermeintliche Feuer gelöscht und Zeit für eine Bewertung. „Boah, ist das geil hier unten“, urteilte einer der Nachwuchsfeuerwehrmänner. Ausbilder Thießen stimmte zu: „Das ist ein riesiger Irrgarten.“ Diesen sollen bald auch die Erwachsenen erkunden. Dann mit noch mehr Rauch, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. Für den Nachwuchs verteilte Thießen viel Lob: „Für so ein verwinkeltes Objekt und ohne Funk ist es richtig gut gelaufen.“ Nach dem Aufräumen spendierte Rene Grassau, der imBunker Teile der IT-Infrastruktur der Stadt untergebracht hat, Kaffee und Kuchen.

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