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Gesichert Sägen an der Steilwand : Einsatz der THW-Höhenretter in Liether Kalkgrube

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bei der Baumsägeaktion wurde „nur“ in einer Höhe von etwa 30 Metern gearbeitet.

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Tornesch | Angst vor großen Höhen kennt er nicht und darf sie bei seiner Arbeit auch nicht haben. Sven Duus, Ausbilder in der Höhenrettungsstaffel des Technischen Hilfswerks (THW) Pinneberg, war bereits bei Einsätzen mehr als 100 Meter über dem Erdboden dabei, etwa vor zwei Monaten, als die Helfer einen Arbeiter von einem Windkraftwerk bei Itzehoe retteten. Bei der Baumsägeaktion in der Liether Kalkgrube am Sonnabend arbeitete der 36-Jährige dagegen „nur“ in einer Höhe von etwa 30 Metern. „Aber jeder Einsatz ist anders und immer spannend“, sagte Duus.

Bereits vor einem halben Jahr hat der Arbeitskreis Liether Kalkgrube in der Kulturgemeinschaft Tornesch, der das Klein Nordender Geotop ehrenamtlich betreut, die Aktion gemeinsam mit der Unteren Naturschutz des Kreises Pinneberg geplant. „Die Birken und Büsche, die am Steilhang wachsen, müssen beseitigt werden, damit ein freier Blick auf die Gesteinsformationen möglich ist“, sagte Arbeitskreis-Vorsitzender Roland Vinx. Zudem bestehe die Gefahr, dass durch den Wurzelwuchs Kalkstein aus der Wand herausgebrochen würde.

Ein Dutzend Höhenretter machten sich unter der Leitung von Staffelchef Markus Knobelsdorf an die Arbeit. Oberhalb der Steilwand befestigten die Helfer ein Arbeits- und ein Sicherungsseil, die je mehr als zwei Tonnen Gewicht halten können, an einer stabilen Eiche. Ausbilder Duus war der Erste, der sich bis zur ersten Birke etwa fünf Meter unterhalb der Abbruchkante abseilte. Sein Kamerad Tim Oliver Haack achtete darauf, dass die Seile frei liefen. Ein kurzer Schnitt mit der kleinen Motorsäge – und der Baum fiel den Hang herunter. Keine leichte Aufgabe, denn der Helfer musste nicht nur das Arbeitsgerät bedienen, sondern dabei auch sein Gleichgewicht halten. Auch Staffelführer Knobelsdorf und andere Helfer nutzten die Gelegenheit, um am Steilhang weitere Erfahrungen in der Höhenrettung zu sammeln. Aufmerksame Beobachterin der Aktion war Heike Petersen von der Unteren Naturschutzbehörde. „Es ist eine Win-Win-Situation. Das THW kann üben, und das Geotop ist sichtbar“, freute sie sich. Die abgesägten Bäume und Büsche wurden von Mitgliedern des Arbeitskreises aufgeschichtet und später geschreddert.

Die Gruben des 16 Hektar großen Areals entstanden durch den Abbau vor allem von Kalk, Ton und Sand in den vergangenen 150 Jahren. Die freigelegten geologischen Formationen reichen bis ins Erdaltertum, etwa 250 bis 275 Millionen Jahre, zurück. Die Liether Kalkgrube zählt zu den bedeutendsten Geotopen in Deutschland. 1991 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt. Zwei Jahre später wurde für die Öffentlichkeit ein geologischer Pfad mit Schautafeln eingerichtet.

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