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Wedeler Globetrotter : Einer, der auszog, die Welt zu filmen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Premiere am 2. November: Wedeler Filmemacher zeigt Impressionen aus Spitzbergen.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Wirft man einen Blick auf die große Weltkarte über dem Schreibtisch von Hartmut Thierfelder, finden sich nicht mehr allzu viele Regionen, die noch nicht von ihm bereist und mit einer Stecknadel gekennzeichnet wurden. Ob Afrika, Südamerika, Alaska, Nordeuropa, Asien oder Kanada: Bis in die heimischen vier Wände reichen die Spuren, die Thierfelder zusammen mit Ehefrau Marlies für Filmarbeiten auch von den abgelegensten Plätzen des Erdballs mitgebracht hat.

„Hier. Auf dieser Kamera klebt noch der ganze Staub von unserer letzten Tansania-Reise“, schmunzelt der 69-jährige Hobbyfilmer, der schon als Kind den Umgang mit den unterschiedlichsten Aufzeichnungsgeräten liebte.

„Angefangen zu Drehen habe ich in den Sechzigern auf ‚Doppel-8‘ und ‚Super-8‘, als Filmbänder von etwa drei Minuten Aufzeichnungsdauer etwa 20 Mark kosteten. Damals noch ein teures Hobby“, sagt der Kaufmann, der schon als 19-jähriger Mitglied im Filmclub der Wedeler Volkshochschule war. Das heutige digitale Zeitalter hingegen empfindet er als echten Segen.

Der Fahrer rettet Thierfelder das Leben

Ob Camping in Botswana – und nur durch eine Zeltwand von umher schleichenden Löwen getrennt – oder abgefrorene Fingerspitzen bei 50 Grad unter Null im ewigen Eis: „Irgendwie hat mich schon immer das Besondere gereizt“, erzählt Thierfelder, der erst kürzlich wieder Glück im Unglück hatte, als ihn eine Eisbärenmutter völlig überraschend zu ihrem Angriffsziel erklärte. „Es handelte sich um eine geführte Expedition in die kanadische Arktis. Und zusammen mit Fotografen, Tierfilmern und einem Fernsehteam der BBC konnten wir dabei sein, wenn Eisbär-Babys erstmals ihre Höhlen verlassen“, berichtet der Naturfan.

„Als die Bärin mit den beiden Jungen dann quer durch unsere Abstand haltende, aufgeteilte Gruppe durch spazierte, drehte sie sich plötzlich zu mir und rannte auf mich zu. Nur dank des beherzten Eingreifens unseres wartenden Fahrers, der geistesgegenwärtig mit dem Jeep zwischen uns fuhr, drehte das Tier mit seinem Nachwuchs schließlich wenige Meter vor mir ab. Und rannte davon“, erinnert sich der Filmemacher, der noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen ist. Und natürlich auch diese dramatischen Sekunden auf Band festhalten konnte.

„Vielleicht habe ich gerade deshalb die Bedrohung nicht so intensiv wahrgenommen. Ich habe mich ja aufs Filmen konzentriert“, erklärt Thierfelder weiter, ehe er in seinem kleinen Filmstudio daheim in Rissen gerade die letzten Schnitte für seine Abenteuer aus Spitzbergen (Svalbard) tätigt. Diese neue Produktion von der Reise aus 2012 gibt es am Sonnabend, 2. November, (17 Uhr) im Ernst-Barlach-Saal (Tinsdaler Weg 44) zu sehen. „Der Eintrittspreis beträgt acht Euro. Die Zuschauer unterstützen mit ihrem Besuch einmal mehr die Weki-Initiative, der erneut die Einnahmen zu Gute kommen“, so Thierfelder.

Zuvor können sich jedoch die Besucher der Montagsseminarreihe der DRK-Begegnungsstätte (Rudolf-Höckner-Straße 6) auf ein Stelldichein Thierfelders freuen, wenn er mit seinen Gästen am 9. September (ab 15 Uhr) eine „Expedition ins Packeis“ unternimmt. „Der vertonte Großbildfilm handelt von unserer Fahrt nach Franz-Joseph-Land, wo wir auf Eisbären, Walrosse, riesige Vogel-Kolonien und Gletscherwelten trafen“, macht der Geschäftsmann Lust auf mehr. Der Eintritt beträgt einen Euro. Kaffee und Kuchen gibt’s zum Selbstkostenpreis.
 

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