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Kunst von der Elbe : Eine Wedelerin illustriert Kinderbücher

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ertrag der verkauften Bücher geht an die Flüchtlingshilfe.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2016 | 10:49 Uhr

Wedel | In dem kleinen blauen Büchlein „Der Regenbogensänger“ stecken einige Träume, die bereits jetzt Wirklichkeit geworden sind. Geschrieben hat es Athansia Karagkouni, die aus Griechenland nach Deutschland kam. Sie arbeitete zunächst als Raumpflegerin in einer Kita und verwirklichte sich schließlich den Wunsch, selbst als Erzieherin zu arbeiten. Illustriert hat das Werk ihre Wedeler Kollegin Kathrin Rosenberger. Die Erzieherin wollte der Kunst schon lange mehr Raum in ihrem Leben geben. Und wenn es nach dem Willen der beiden Frauen geht, kann der „Regenbogensänger“ vielleicht noch ein paar weitere Träumen wahr werden lassen. Die zwei Euro, die das Buch kostet, werden nämlich komplett an die Flüchtlingshilfe Hamburg gespendet.

Es ist eine kurze kindgerechte Geschichte vom Ankommen in der Fremde. Der „Regenbogensänger“, ein bunter Vogel, verlässt seine Heimat, weil er dort nicht mehr sicher ist. Er landet in Hamburg, doch fühlt er sich dort so einsam, dass seine Federn ganz grau werden und er nicht mehr Singen will. Erst die Kinder, allen voran der kleine Nils, begegnen ihm so unvoreingenommen, dass er seinen Lebensmut und damit seine Farben wiederfindet.

Karagkouni hat nicht nur die aktuelle Flüchtlingskrise in dem Buch verarbeitet, sondern auch ihre eigene Vita. „Sie hatte zu Beginn Probleme mit der deutschen Mentalität und der Sprache. Die Kinder haben ihr ein Gefühl von Heimat gegeben“, beschreibt Rosenberger die Startschwierigkeiten ihrer Freundin. Im Griechenlandurlaub büffelten sie gemeinsam Deutsch, Voraussetzung für Karagkounis erfolgreiche Erzieherinnenausbildung.

Mit dem Buch wollte die Griechin den Kindern etwas zurückgeben. Der blonde Nils in der Geschichte hat übrigens ein reales Vorbild, mittlerweile längst ein erwachsener Mann. Die Autorin traf ihn nach vielen Jahren wieder und überraschte ihn mit einem Exemplar des Buchs.

Künstlerisch tätig war Illustratorin Rosenberger schon länger, der „Regenbogensänger“ ist ihr erstes derartiges Projekt. Normalerweise arbeitet die Wedelerin detailreicher und grafischer. Für das Kinderbuch orientierte sie sich jedoch am US-Amerikaner Eric Carle, der den Klassiker „Die kleine Raupe Nimmersatt“ mit seiner Collagentechnik bebilderte. Rosenberger: „Die Bilder sprechen für sich, mit wenigen Details kann man viel aussagen.“

Den Druck des Buchs übernahm die Diakonie Hamburg, für die beide Frauen arbeiten. 15  000 Exemplare des „Regenbogensängers“ wurden gedruckt. Karagkouni und Rosenberger denken zur Zeit über eine Fortsetzung nach. Diese könnte dann zur Weihnachtszeit erscheinen.

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