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Hetlingen : Eine Super-Winde birgt den alten Elbedüker

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

In zwei Arbeitsschritten sind in Hetlingen drei 1080 Meter lange Stahlrohre mit 1500 Tonnen Zugkraft aus dem Strombett gezogen worden. Rückbau soll noch 2015 abgeschlossen sein.

Hetlingen | Es ist vollbracht: Der alte Elbedüker bei Hetlingen ist Geschichte. Gestern zog das Team um Oberbauleiter Daniel Bley (31) das letzte Rohrstück für die Gasversorgung durch die Gasunie Deutschland aus dem Elbgrund. „Es ist ein einmaliges Projekt, das sind Superlative, die man hier hat“, schwärmte Bley.

Mit der größten Linearzugwinde der Welt wurden in zwei Schritten die drei 1080 Meter langen Rohre geborgen. Die erste Hälfte wurde am 2. September in der Zeit von 3 bis 22.30 Uhr herausgezogen, vorab waren die Rohre freigelegt worden. Das sei eine echte Herausforderung gewesen, so Bley. Weil der erste Versuch fehlschlug, wurden die drei Rohrleitungen – zwei mit einem Durchmesser von 75 Zentimetern aus mit Beton ummanteltem Stahl sowie ein 70 Zentimeter dickes Stahlrohr – von weiterem Schlick befreit. Dazu war ein Saugbaggerschiff, auch Hopper genannt, im Einsatz, denn der Düker lag fünf Meter tief in der Elbsohle.

Um die Kraft der Linearzugwinde von 800 Tonnen aufzuwerten, wurde ein Flaschenzug gebaut. Das Ergebnis: 1500 Tonnen Zugkraft. Die wurde beim ersten Törn nahezu ausgereizt. „Wir waren mit 1450 Tonnen fast am Limit“, erklärte Bley. Das eingesetzte 1500 Meter lange Stahlseil hat einen Durchmesser von zwölf Zentimetern, wiegt pro Meter 80 Kilo und wurde per Schiff angeliefert. Die maximale Zuggeschwindigkeit betrug 1,5 Meter pro Minute. Der gestern ebenfalls um 3 Uhr in der Nacht gestartete zweite Zug war dann kein Problem. Dennoch waren 20 Mann Besatzung mit einem Kranschiff, dem „Hopper“ sowie einem Baggerponton in Rufbereitschaft. Auf der Baustelle sind derzeit 50 Männer und Frauen im Einsatz.

Die Rohre werden in zwölf Meter lange Stücke zerteilt und über den Deichverteidigungsweg abtransportiert. Das wird vermutlich in drei Wochen sein. Die leere Rinne in der Elbe wird verfüllt. Bley: „Wir sind im Zeitplan, werden den Rückbau 2015 schaffen.“ Bis Mitte 2016 soll auch das Baustellengelände aufgehoben und der Deichverteidigungsweg wieder hergerichtet sein.

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erstellt am 17.Sep.2015 | 16:45 Uhr

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