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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 14:05 Uhr

Holm : Eine Scheune voller Schätze

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Jan Kleinwort sammelt seit 1996 landwirtschaftliche Gerätschaften. Der Holmer will die Exponate künftig von Mai bis Oktober zeigen.

shz.de von
erstellt am 14.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Holm | Einmal im Jahr ist Schautag auf dem Hof von Jan Kleinwort. Dann zeigt der 50-jährige Holmer dem Publikum anlässlich des Erntedankfestes, was er seit 1996 alles zusammengetragen hat. In dem 1893 gebauten Bauernhaus an der Hauptstraße und in der etwa um 1900 erstellten Scheune mit der Erweiterung von 1961 schlummert eine agrarhistorische Sammlung mit etwa 600 Exponaten, die stetig wächst. Für die kommenden Monate hat sich Kleinwort viel vorgenommen: Er will die Sammlung neu strukturieren und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. „Mein Ziel ist, die Sammlung von Mai bis Oktober für Führungen nach Vereinbarung zu öffnen“, sagt Kleinwort.

Die Familie Kleinwort ist seit 1791 in Holm ansässig. Ein Zweig ist in Moorrege über mehr als 400 Jahre nachweisbar. Der Holmer Sammler ist das fünfte Kind von sieben – fünf Jungen und zwei Mädchen. Den Hof hat der gelernte Landwirt mit nur 23 Jahren vom kranken Vater Herbert übernommen. 1986 gab Kleinwort die Hauptlandwirtschaft auf, 2000 die Rinderhaltung und als seine Mutter Martha im Alter von 76 Jahren starb, wurde 2009 auch die Geflügelhaltung eingestellt. Nachdem sich Kleinwort erfolgreich beruflich quasi neu erfunden hat – erst war er im Garten- und Landschaftsbau tätig, nach dem Besuch der Fachakademie der Wirtschaft (FAW) in Elmshorn ist er nun in der Gartenabteilung eines Pinneberger Baumarktes tätig – soll jetzt die Sammlung in den Fokus rücken. „Es steckt ja mein ganzes Herz darin“, sagt er.

Den Grundstock bilden natürlich Familienerbstücke, auf die Kleinwort besonders stolz ist. Wie das älteste Exponat von 1794. „Jeder Hof musste einen Lederlöscheimer haben und einen Feuerhaken“, erzählt Kleinwort. Auch der Feuerhaken existiert noch, an ihn ist der Eimer mit der Aufschrift „Jochim Kleinworth“ festgekettet. Sicher ist sicher. Holmwurde damals noch mit Doppel-L geschrieben, einen Straßennamen hatte der Hof nicht, nur die Nummer 17.

Auch die hofeigene Kutsche gibt es noch. Sie ist mehr als 100 Jahre alt. Mit ihr fuhren Kleinworts Vorfahren zum Melken. Die Holzräder wurden später durch Gummibereifung ersetzt.

Es gibt auch Urkunden, die von der Qualitätsarbeit der Kleinworts Zeugnis ablegen. Die Älteste stammt von 1893 von einer „Thierschau“. Der Hof war bis 1986 ein Zuchtbetrieb für Rot-Bunte und eine Deckstation.

Sogar alte Wäscheklammern hat der Sammler aufbewahrt. Nachdem der alte Hof abgebrannt war und das neue Bauernhaus errichtet war, wurden diese selbst geschnitzt. Der Clou: Der Kopf ist eine Astgabel. „Deshalb brechen sie nicht“, erklärt Kleinwort. Allerdings hat auch der Zahn der Zeit an ihnen genagt und sie sind wurmstichig.

Die Sammlung befindet sich im Umbruch. Zwar ist der Holmer nach wie vor auf der Jagd nach Großgeräten – etwa 90 hat er davon, darunter 25 Pflüge, Kartoffelsiebe sowie Heu- und Rübenpflanzgeräte – aber nun dürstet es ihn nach einem neuen Zweig: „Es reizt mich, eine alte Bauernstube nachzustellen“, erklärt Kleinwort. Tisch und Stühle hat er gerade aus Heede geholt, auch ein Radio aus den 1930 Jahren. Informationen bei Kleinwort unter Telefon (0 41 03) 8 84 54 oder (01 79) 4 69 00 36.

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