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Lesung in Haselau : Eine literarische Reise um den Globus

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Prisdorfer Autor Joachim Frank liest in der Haselauer Galerie Cavissamba.

shz.de von
erstellt am 27.Jun.2016 | 13:00 Uhr

Haselau | Fast andächtig lauschten die Gäste an der festlich gedeckten Tafel in der Galerie „Cavissamba“ den mit wohl intonierten Worten vorgetragenen, atmosphärisch dichten Reisegeschichten des Schriftstellers Joachim Frank. Die Galeristin Leni Rieke freute sich, den mehrfach ausgezeichneten Prisdorfer Autor am letzten Freitag zum wiederholten Mal in ihrem einladenden Domizil an der Haseldorfer Chaussee 45 in Haselau begrüßen zu dürfen.

Hier setzt die Fotografin Leni Rieke die Bedeutung des afrikanischen Wortes „Cavissamba“ –„Herzlich Willkommen“ – im wahrsten Sinne des Wortes mit einem offenen Haus, Herzlichkeit, Gastfreundschaft und Wärme um. Sie hatte zu der Lesung mit dem 1952 in Hamburg geborenen Frank unter dem Motto „Einmal um die Welt“ und einem fantasievollen Menü mit vier Gängen ursprünglich in den Galerie-Garten eingeladen.

Doch massiv einsetzender Dauerregen zwang Rieke zum Umdisponieren und spontan wurden die Tische für die Gäste in der Galerie gedeckt. Einleitend erzählte Frank von seinem Leben, wie er als junger Mensch eigentlich gerne Intendant an einem Theater geworden wäre, aber die Umstände des Lebens ihn zu einem sehr zufriedenen Lehrer machten. Wie stark aber der Künstler in ihm schlummert, zeigte Frank eindrucksvoll mit seinen berührenden Reise-Kurzgeschichten, die er „an den Wegesrändern des Lebens“ finden würde, wie er seine Motivation erklärt.

Seine erste Geschichte „Krokodilfarm“ aus seinem neuen Buch „Momente wie diese“ mit dem höflichen Mister Bobo in Kambodscha beschreibe etwa, wie „glatt“ die Asiaten mit ihrem steten Lächeln wirkten und wie wenig sie von ihren teils furchtbaren Geheimnissen verraten würden. Es folgten weitere heitere, komische, nachdenkliche und auch tragische Geschichten aus Afrika, Europa und aus Franks Lieblingskontinent Südamerika.

Eine besonders schöne Geschichte spielt in Peru und trägt den Titel „El códor pasa“. Eine Gruppe von Touristen bewundert auf dem Berg vor einer steilen Schlucht die eleganten gleitenden Flugkünste der Kondore. Ein Mann fällt besonders auf, weil er die Bewegungen der Vögel auf imposante Art mit einer faszinierenden Parallelität imitiert und sich mit weit ausgebreiteten Armen gefährlich nahe am Canyon bewegt. Er spricht dabei wie in Trance, wie wunderbar nahe, vertraut und großartig er sich mit dem Kondor fühle. Frank beschreibt diese bewegende Atmosphäre sehr ergreifend mit wunderbaren, fein gewählten Worten. Für diese Kurzgeschichte erhielt Frank vor zwei Wochen den ersten Preis der „Hamburger Autorenvereinigung“ im Logensaal der Hamburger Kammerspiele. Auch die Gäste in der Galerie waren von Franks Geschichten begeistert. Am Ende wurden lebhaft Reiseerlebnisse aus aller Welt ausgetauscht.

Joachim Frank wurde 1952 in Hamburg geboren und lebt seit 2000 in Prisdorf bei Pinneberg. Er studierte Germanistik, Pädagogik und Sport und arbeitete dann seit 1980 für 34 Jahre an der Gewerbeschule in Hamburg-Wilhelmsburg. Seinen ersten Erfolg konnte er 2003 mit der Publikation einer Kurzgeschichte im Rahmen einer Anthologie des Bertelsmann Verlages verbuchen. Es folgten viele Veröffentlichungen in Anthologien, Zeitungen und Zeitschriften. Erfolgreich nahm Frank an etlichen Literaturwettbewerben teil, unter anderem erhielt er 2007 den ersten Preis für eine Geschichte in der „The Epoch Times Deutschland“. Im Juni dieses Jahres machte Frank im Logensaal der Kammerspiele Hamburg den ersten Platz mit „El cóndor pasa“ bei dem ersten Kurzgeschichtenwettbewerb der „Hamburger Autorenvereinigung“. Er ist hier Mitglied, wie auch im Verband „Schriftsteller in Schleswig Holstein“.
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