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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. September 2017 | 10:22 Uhr

Eine Einladung zur Kontemplation

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Dem Auge ein Fest“: Reepschlägerhaus zeigt unter dem Titel „Waterkant“ Küstenimpressionen von Dieter Pommerehn

Für Dieter Pommerehn (72) ist die Vernissage im Reepschlägerhaus eine Premiere gewesen: Ausgestellt hat er schon häufig, aber nie mit Einführung vor Besuchern. Dass die Eröffnung seiner Ausstellung „Waterkant“ die „Teestuben-Galerie“ prall gefüllt hat, bewegte ihn sichtlich und ließ demütigen Stolz erkennen. „Das ist ein ganz besonderer Tag für mich, und es wäre ein Albtraum gewesen, wenn keiner gekommen wäre“, sagte der Rissener.

Pommerehns künstlerisches Lebensthema sind die Küstenregionen Norddeutschlands. Die 31 Bilder seiner jetzigen Ausstellung zeigen Strände, Steilküsten, Häfen, Friesenhäuser oder Kirche und Schloss aus Haseldorf – vorwiegend in Aquarell und Pastell. Wulf Isenbeck gab den Laudator und führte in Pommerehns künstlerisches Wirken ein. Seit zwei Jahren radieren die Freunde als „Radierkollegen“ (Pommerehn) wöchentlich in der Kunstschule Schenefeld. Isenbeck erläuterte, dass es das abwechslungsreiche Licht mit seinem besonderen Glanz sei, das Künstler wie Pommerehn an den Küstenlandschaften reize. Gerade die „Künstlerkolonie“ Ahrenshoop habe es ihm angetan, um sich inspirieren zu lassen.


Es dominiert die Gegenständlichkeit


„Seine Darstellungsweise ist weitgehend gegenständlich und selten abstrakt“, sagte Isenbeck. Der Betrachter schaue auf Augenhöhe in die Landschaft. Räumliche Tiefe sei oft nur angedeutet. Dennoch sei Pommerehn kein bloßer Abbildner. „Er bringt seine Impressionen und sein Erleben zum Ausdruck“, sagte Isenbeck – ohne Absicht und offenkundige Botschaft, stattdessen als Einladung zur Kontemplation und Reise in die Fantasie. Allein durch ihre sinnliche Schönheit seien seine Bilder sehenswert und „dem Auge ein Fest“. Aber Pommerehn ist auch experimentierfreudig. Gern probiert er verschiedene Motive in unterschiedlichen Techniken aus, um die geeignete für das jeweils Dargestellte zu finden. Das „Friesenhaus im Garten“, dessen Vorbild in Keitum auf Sylt steht, findet sich zweifach in der Ausstellung: als großes Aquarell und als kleiner Linoldruck. „Mich hat interessiert, wie es mit dem Schwarz-Weiß-Kontrast aussieht“, sagte Pommerehn.

Für eine musikalische Untermalung der Vernissage sorgte Christian Sach. Pommerehns Freund, ehemaliger Gitarrenlehrer und Leiter der Musikschule Rissen spielte G. A. Brescianellos „Siciliana“ sowie Hartmut Dentlers „Miniaturen“. „Das Reepschlägerhaus hat eine tolle Akustik“, freute sich Sach. Ein begleitendes Minikonzert – das gebe es sonst nicht im Reepschlägerhaus, sagte Anja Badners, Vorsitzende des Fördervereins.

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