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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 09:54 Uhr

Eine Achterbahn der Gefühle

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„New York Gospel Stars“ überzeugen ihr Publikum in der Christuskirche mit christlich-afroamerikanisch arrangierten Welthits

Die Pop- und Soul-Sängerin Whitney Houston steigt aus ihrem Privatjet, läuft ohne nach links oder rechts zu sehen über die Startbahn, direkt auf Kevin Costner zu. Und obwohl dieser durch einen Schuss am Arm verletzt ist, schmeißt sie sich ihrem Bodyguard an den Hals und küsst ihn innig. All das geschah am Mittwochabend in der Wedeler Christuskirche. Zumindest vor dem geistigen Auge der Zuhörer, als Matia Washington von den „New York Gospel Stars“ vorm Altar stand und mit ihrer äußerst kraft- und zugleich gefühlvollen Stimme die über mehrere Jahre in den USA meist verkaufte Single „I Will Always Love You“ aus dem „Bodyguard“-Soundtrack sang. Dabei flossen der im New Yorker Stadtteil Brooklyn geborenen Tochter eines Bischofskandidaten und einer Predigerin Tränen über die Wangen.

Das Konzert des zu den weltweit besten zählenden Gospelchören „New York Gospel Stars“ war nicht nur der Abschluss ihrer Deutschlandtournee, sondern auch eine Achterbahn der Gefühle: Die Zuhörer konnten beim Gesang von Washington glauben, Houston sei nicht tot, sondern singe in der Christuskirche. Und auch ihre Kollegen überzeugten mit einer Stimmgewalt, so dass kaum ein Unterschied zu erkennen war, ob Pianist Eugene Reid oder Stevie Wonder „I Just Called To Say I Love You“ sang. Genauso gut hätte der mit mittlerweile 25 Grammys ausgezeichnete Sänger sein mit einem Oscar prämiertes Lied selbst anstimmen können – ohne dass es vielen Zuhörern aufgefallen wäre. Doch je ruhiger und gefühlvoller einige der Stücke waren, desto lauter und aufbrausender waren die anderen: Wenige Sekunden zuvor hatten die Konzertbesucher noch Latoya Duggans Interpretation von „I Can’t Live Without You“ gelauscht, schon sprangen sie von ihren Stühlen und tanzten bei dem New-Wave-Song „Shout“ mit – genauso wie bei „Happy“, „Celebration“ und beim Gospel-Medley des Chorleiters Craig Wiggins. Denn obwohl die „New York Gospel Stars“ Welthits neu arrangierten, ließ es sich die siebenköpfige Gruppe nicht nehmen, auch Gospels wie „Oh Happy Day“ und „Joy To The World“ zu singen.

Klassisches traf auf Modernes, Traditionelles auf Weltoffenes. So wie auch das Ambiente der Christuskirche an der Feldstraße. Und so verwunderte es kaum, dass die „New York Gospel Stars“ zum Abschluss das aus dem Film „Sister Act“ bekannte Lied „I Will Follow Him“ sangen – so gefühlvoll und kräftig zugleich, dass es niemanden mehr auf den Sitzplätzen hielt.

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erstellt am 31.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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