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Wedel-Schulauer Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:35 Uhr

Ein Rap zur Rettung der Meere

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Elbmarschenhaus Die Malerin und Holzschneiderin Adelheid Johnke zeigt bis 12. November ihre Arbeiten in Haseldorf

Bereits als Mädchen hat Adelheid Johnke den Drang verspürt, alles zeichnen zu wollen. Als Nachkriegskind Jahrgang 1939 malte sie ihre Bilder in den Sand oder Zucker oder auf jedes Stückchen Papier, das sie finden konnte. Wie sich ihr Talent von damals, Dinge präzise wiederzugeben, bis heute immer weiter entwickelt hat, ist zurzeit in einer Sonderausstellung im Haseldorfer Elbmarschenhaus unter dem Titel „Ein bisschen Meer und Elbe“ zu bewundern. Die Malerin, Zeichnerin und Holzschneiderin zeigt in etwa 20 Werken ihre Liebe zum Detail und ihre Kunstfertigkeit, die unterschiedlichen Techniken in Vollendung auszuführen.

Zur Vernissage hob Edelgard Heim, Chefin des Elbmarschenhauses, Johnkes feiner und poesievollen Holzschnitte hervor, die viel „Präzision, Konzentration, das Treffen von Entscheidungen und Kraft “ von der Künstlerin abverlangen würden. Johnke selber beschrieb ihre Holzschnitte als eine künstlerische Arbeit mit dem Werkstoff Holz, die sie besonders reize und inspiriere, da die Drucke für sie eine handwerkliche Herausforderung mit viel Raum für das Gestalten, Experimentieren und Umsetzen neuer Ideen bedeuteten. Ihre Lehrmeister waren die beiden Holzschneider Antje Wichtrey aus München und Konrad Schmid aus Passau, die Johnke lehrten, mit den Werkzeugen Hohleisen, Geißfuß und Teppichmesser die Motive seitenverkehrt mit großer Sensibilität und Vorsicht in die Druckstöcke zu schneiden. Für diese verwende sie asiatisches Sperrholz oder Fundstücke verschiedener Hölzer, auf die sie nach dem Schnitt Buchdruckfarbe mit einer Rolle aufbringe. Dann folge die schwierigste Arbeit mit den mehrfarbigen Drucken, bei denen sie nach jedem Druck erneut Holz wegschneide, neue Farbe auftrage und in absoluter Präzision den folgenden Druck auf den vorherigen pressen müsse, so die Künstlerin.

Gedruckt wird auf Karton, Büttenpapier und Seide. Johnke arbeitet mit dem „verlorenen Schnitt“. Das heißt, dass ein Motiv nur wenige Male gedruckt wird und jedes Exemplar ein Unikat ist. Es gibt nur eine Platte, denn der mehrfarbige Druck ist nicht wiederholbar.

Die anderen ausgestellten Bilder Johnkes sind in Öl und Acryl auf Leinwand gemalt und strahlen in den leuchtenden Farben Blau, Grün und Türkis Kraft und Lebendigkeit aus. Sie lenken den Blick direkt auf die zu schützende Schönheit und Verletzlichkeit der Natur und machen das Anliegen der Künstlerin deutlich, etwas gegen die Massen an Plastikmüll in den Meeren zu tun.

Passend zu ihrem Bild „Post an alle: Rettet die Meer II“ hatte Johnke einen Rap getextet, der von ihr und Heim sehr lässig vorgetragen wurde und im Refrain von den Gästen mitgerappt wurde. >

www.elbmarschenhaus.de



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