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Obi-Ansiedelung in Wedel : Ein Projekt, viele Bedenken

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Fraktionen sehen weiter vor allem das Verkehrsproblem als Hürde für die Ansiedelung eines weiteren Baumarkts an der B431.

Wedel | Der Obi-Ansiedelungsplan von Michael May: Er steht und fällt mit Wedels Politik. Nur wenn die Fraktionen mehrheitlich grünes Licht geben für eine B-Plan-Änderung im Bereich Rissener Straße 140, kann ein neuer Baumarkt kommen. Direkt neben dem Bauzentrum Lüchau. Das Tageblatt hat ein erstes Stimmungsbild eingeholt. Das zeigt: Die Bedenken, die beim ersten Anlauf in 2009 zur Ablehnung geführt haben, sind offenbar nicht kleiner geworden.

Es sei unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten grundsätzlich nicht die Aufgabe der Politik, einzelne Betriebe vor Konkurrenz zu schützen, sagt Olaf Wuttke, stellvertretender Grünen-Chef. Man müsse die Vor- und Nachteile sorgsam abwägen. „Und dabei die wichtige Frage stellen: Kann es sich Wedel wirklich leisten, in so großem Umfang Gewerbeflächen für Handelsflächen aufzugeben?“

Wie Wuttke betont Manfred Eichhorn, planungspolitischer Sprecher der SPD, dass die abschließende Meinungsbildung der Fraktion noch ausstehe. Seinerzeit habe die SPD das Projekt abgelehnt. Zentrales Argument: die zu erwartende Verkehrsbelastung. Mit der Entwicklung des BusinessParks werde die noch zunehmen, so Eichhorn. Und da sei irgendwann der Punkt erreicht, wo das nicht mehr zu leisten ist, mahnt Eichhorn.

Auch für die CDU ist und war Verkehr der wesentliche Knackpunkt. Mit dem potenziellen Obi-Areal wie auch dem ehemaligen Jet-Tankstellen-Grundstück gebe es an der Rissener Straße zwei Faktoren, für die Lösungen gefunden werden müssten, erklärt Michael Schernikau, CDU-Ratsherr und Planungsausschuss-Chef. Erst wenn diese Situation geklärt sei, könne man sich gegebenenfalls an die Änderung des B-Plans machen, die nötig wäre, um Obi überhaupt zu ermöglichen. Bislang jedoch habe sich in dieser Hinsicht nichts getan, so Schernikau.

Die problematische Verkehrssituation – darin sieht auch Joachim Funck, Fraktionsvorsitzender der WSI, die entscheidende Frage für die Obi-Pläne, für die er persönlich im Prinzip offen sei. Auch bei der WSI stehe jedoch die Positionsfindung noch aus.

Martin Schumacher, planungspolitischer Sprecher der FDP, dagegen sagt deutlich: Er werde in seiner Partei dafür werben, den B-Plan nicht zu Gunsten von Obi zu ändern: „Wedel hat das große Glück, noch viele inhabergeführte Unternehmen zu haben, Lüchau gehört dazu.“ Solche Unternehmer oder Unternehmerfamilien würden sich auch um die Stadt kümmern. „Und sie sind dort aktiv, wo die öffentliche Hand sich häufig zurückzieht: In der Sportförderung, dem Erhalt der Kulturszene, bei sozialen Aufgaben oder bei gemeinschaftsstiftenden Veranstaltungen. Das würde eine große Kette nicht tun“, so Schumacher.

Für die Linke erklärt Stephan Krüger: Seine Fraktion befinde sich noch im Abwägungsprozess, die Position sei noch offen.

Wie berichtet hat der Itzehoer Investor May das ehemalige Firmengrundstück von Possehl in der Rissener Straße 140 gekauft und will dort einen 8000-Quadratmeter großen Bau- und Gartenmarkt errichten. Neben Obi, für die May vor fünf Jahren schon einmal angeklopft hatte, sei eine weiter Baumarktkette an dem Standort interessiert. Problem: Der gültige B-Plan schreibt für das 25.000-Quadratmeter-Areal gewerbliche Nutzung vor. Eine Gewerbe-Ansiedelung schließt May jedoch aus.
 

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erstellt am 06.Mai.2014 | 13:30 Uhr

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