Wedel : Ein neuer Fonds streckt die FH-Gebühr vor

Dank eines neuen Wedeler Bildungsfonds ist es für Studierende der Wedeler Fachhochschule (FH) möglich, die fälligen Gebühren des Studiums erst mit dem Eintritt ins Berufsleben zurückzuzahlen. Das Finanzierungsmodell greift ab dem kommenden Wintersemester 2015/2016.
Dank eines neuen Wedeler Bildungsfonds ist es für Studierende der Wedeler Fachhochschule (FH) möglich, die fälligen Gebühren des Studiums erst mit dem Eintritt ins Berufsleben zurückzuzahlen. Das Finanzierungsmodell greift ab dem kommenden Wintersemester 2015/2016.

Hilfe für finanzschwache FH-Studenten: Innovatives Finanzierungsmodell leiht Geld für Studienkosten. Rückzahlung ab Berufseinstieg.

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25. Juni 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Die Fachhochschule Wedel erhebt Gebühren. Je nach Fachrichtung und angestrebtem Abschluss kostet es monatlich rund 300 Euro, um an der privaten Hochschule zu studieren. Damit es sich auch diejenigen leisten können, die nicht finanzkräftig genug sind, hat die Einrichtung jetzt einen Bildungsfonds aufgelegt, der Studiengebühren vorstreckt. „Der Zugang zu Bildung ist in Deutschland immer noch stark vom sozialen Hintergrund abhängig“, erläutert Professor Eike Harms, Päsident der FH. „Mit dem Wedeler Bildungsfonds möchten wir helfen, die finanzielle Hemmschwelle für die Entscheidung zu einem anspruchsvollen, aber zukunftsweisenden Studium abzubauen.“

Gemeinsam mit der Brain Capital, einem führenden Anbieter für Bildungsfonds, hat die Hochschule das Wedeler Modell entwickelt. Institutionelle Investoren wie Stiftungen oder Pensionskassen stellen das Kapital zur Verfügung. Teilnehmer müssen nicht nur eine Studienzulassung besitzen, sondern auch „mindestens befriedigende Abiturleistungen in relevanten Fächern“ vorweisen, erklärt Pressesprecherin Nelly Tekhaus. Zudem müssen sie EU-Bürger sein. Das Auswahlverfahren sei einfach, betont Tekhaus.

Ganz nach dem Motto „heute studieren, morgen zahlen“ würden die Studiengebühren erst mit Beginn des Berufslebens des Fondsnutzers fällig. Bei Vertragsabschluss wird je nach Studiengang ein fixer Prozentsatz des Bruttoeinkommens für die Rückzahlungsphase festgelegt. Das Darlehen sei mit fünf bis sieben Prozent verzinst, erklärt Tekhaus.

Handschlag für die Finanzhilfe: Johannes Frankenfeld (l.), Brain Capital, und FH-Präsident Eike Harms. (Foto: PT)
Handschlag für die Finanzhilfe: Johannes Frankenfeld (l.), Brain Capital, und FH-Präsident Eike Harms. (Foto: PT)
 

Das Besondere an dem Konzept: Im Vergleich zu konventionellen Finanzierungsmöglichkeiten ist die Rückzahlung an das Einkommen und somit an die persönliche Zahlungsfähigkeit gekoppelt. Das bedeutet: Fällt das Einkommen unter eine Mindestgrenze von 25  000 Euro jährlich, beispielsweise durch Elternzeit Krankheit oder Arbeitslosigkeit, werden die Zahlungen aufgeschoben.

Sonderzahlungen sieht das Modell nicht vor, es geht um kontinuierliche Zurückzahlungen. Die Gesamtlaufzeit beträgt bei einem Bachelorstudiengang sieben, bei einem Masterstudium fünf Jahre. Damit derjenige, der ein hohes Einstiegsgehalt bekommt, nicht exorbitant zahlt, ist die maximale Rückzahlungssumme auf das Doppelte der Studiengebühr gedeckelt.

„Nach Ablauf von 20 Jahren endet die Rückzahlungsverpflichtung, unabhängig davon, wie viel bereits zurückgezahlt wurde“, hebt die Pressesprecherin hervor. Sie betont noch einen weiteren Vorteil: Nur der Vertragsnehmer verpflichte sich, es müssten keine weiteren Personen haften. Der Bildungsfonds finanziert ausschließlich die Studiengebühren. Er ist mit Bafög kombinierbar. 

Die FH Wedel gehört zu den wenigen privaten, gemeinnützigen Fachhochschulen in Deutschland. Träger der staatlich anerkannten Einrichtung ist eine gemeinnützige GmbH, die sich durch Studiengebühren, eine Landeszuwendung und Drittmittel finanziert. Die FH bietet ihren etwa 1100 Studierenden neun Bachelor- und sechs Master-Studiengänge in der Informatik und den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften an.
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