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Heiner Eimert in Holm : Ein Künstler im Wandel der Zeit

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Künstler Heiner Eimert zeigt 78 Bilder aus 20 Jahren in seiner neuen Ausstellung in Holm.

Holm | So viele Bilder von nur einem Künstler in einer einzelnen Ausstellung seien schon eine bemerkenswerte Ausnahme. Jedenfalls war es für den Seniorchef und Gastgeber Jan-Ulrich Bernhardt der Holmer Firma Bernhardt Apparatebau eine Premiere. Im Rahmen der Kulturreihe „ars secumaris“ konnte Familie Bernhardt am vergangenen Freitag mehr als 160 Gäste in ihrem großzügigen, hellen Foyer zu einer Vernissage mit Bildern des Malers und Grafikers Heiner Eimert begrüßen. Unter dem Titel „Im Wandel der Zeit“ zeigt der 1933 in Hamburg-Altona geborene und ab seinem fünften Lebensjahr in Sülldorf aufgewachsene Künstler 78 Bilder von einer unendlichen Bandbreite und Vielseitigkeit aus den letzten 20 Jahren.

Eimert sagt von sich selbst, dass ihn jede seiner einzelnen, immer neuen Stilrichtungen schnell wieder langweilen würden und er versuche, sich nicht zu kopieren. Seine fundierte und umfassende Ausbildung verschiedener Handwerke sei sicher die beste Voraussetzung für seine fantasievollen und technisch perfekten Werke. Er studierte bereits mit 16 Jahren die freie Malerei in Blankenese bei Eylert Spars, machte dann eine weitere Ausbildung in freier Malerei und im Zeichnen bei den Professoren Mahlmann, Kranz und S. Oelke. Es folgten eine Ausbildung zum Typografen und ein Studium bei Gerd F. Setzke in Grafik-Design. Danach arbeitete er einige Jahre in der Werbebranche und war ab 1958 als freischaffender Grafik- und Fotodesigner tätig.

Nachdem Eimert sich in den 1980er Jahren intensiver mit der freien Kunst beschäftigte und in vielen Ausstellungen zunächst vorwiegend abstrakte Bilder zeigte, so waren in den folgenden Jahren immer häufiger realistische Darstellungen sein Thema. Auch die „Spanische Zeit“ von 1995 bis 2004 trug bei Eimert zu einer weiteren Sichtweise bei. Nun waren thematisch Landschaften und Portraits im Öl seine Favoriten.

Seltenes Spiel mit sechs Händen am Klavier: Die Schülerinnen Leona Murray (von links) und Hanna Berger mit Lehrerin Julia Bernhardt.
Seltenes Spiel mit sechs Händen am Klavier: Die Schülerinnen Leona Murray (von links) und Hanna Berger mit Lehrerin Julia Bernhardt. Foto: Heer
 

In einer sehr zugewandten Laudatio erzählte der im Ruhestand lebende Pfarrer Harald Harlan aus Hamburg über diesen spannenden Werdegang Eimerts und trug mit seiner philosophischen Betrachtungsweise der Bilder zu einem neuen Verständnis bei. So bezog Harlan sich auf ein Zitat des Dichters Johann Wolfgang von Goethe, der von den zwei großen Triebrädern der Natur, der Polarität und der Steigerung, sprach und damit vom Gleichgewicht von Materie und Geist. Die Folgerung daraus, dass „Materie nie ohne Geist“ sei und der „Geist nie ohne Materie“ existieren und wirksam sein könnte, bezog Harlan auf die Werke von Eimert. Und bescheinigte ihm ein „perfektes Spiel mit polaren Gegensätzen“, dass sich sein „Geist in seinen Bildern offenbare“ und dadurch die „Materie möglich geworden“ sei.

Das Rahmenprogramm der Ausstellung, die wieder einmal auf wunderbare Art die Synthese der Technik von Kunst und technischer Ingenieurskunst zeigte, wurde von Julia Bernhardt vom Musikzentrum Schulauer Hof in Wedel und ihren Schülerinnen Hanna Berger und Leona Murray am Klavier und dem „Othmarscher Montagschor“ unter Leitung von Ulf Jöde stimmungsvoll gestaltet.

Die Ausstellung in den Räumen von Bernhardt Apparatebau, Bredhornweg 39 in Holm, ist bis Mittwoch, 31. August, während der Bürozeiten geöffnet und zwar montags bis donnerstags von acht bis 16.30 Uhr und am Freitag bis 13.30 Uhr. Mehr Infos gibt’s im Netz. www.secumar.com www.heiner-maler.de
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erstellt am 04.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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