zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

18. August 2017 | 07:24 Uhr

Wedel : Ein Kieler im Rausch der Tiefe

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Forschungstaucher Uli Kunz präsentiert eine Auswahl seiner besten Bilder und Videos in der Ernst-Barlach-Schule.

Wedel | Uli Kunz ist ein Taucher der Extreme: Eisige Kälte, trübes Wasser oder Finsternis schrecken ihn nicht ab. Er wagt sich in enge Höhlen hinein, taucht durch unübersichtliche Kelpwälder oder sucht die Nähe von großen Meeresräubern: So sprang er während der Polarnacht in den drei Grad kalten norwegischen Andfjord, um Buckelwale und Orcas bei ihrer Jagd auf Heringe zu filmen.

Am Mittwoch, 22. Februar,  kommt der Kieler Forschungstaucher nach Wedel und präsentiert in Zusammenarbeit mit Greenpeace  in der  Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule, Tinsdaler Weg 44,  seine multimediale Fotoshow „Leidenschaft Ozean.“  Er gibt Einblick in eine für viele Menschen unbekannte Welt. Die Show beginnt um 19.30 Uhr. Einlass ist eine halbe Stunde vor Beginn. Der Eintritt ist kostenfrei.

Der Forscher  präsentiert eine Auswahl seiner besten Bilder, Videos und Geschichten. „Wasser ist mein Element. In den Tiefen der Ozeane und anderer Gewässer fühle ich mich wohl und sicher – ich vertraue einfach meiner Ausbildung, meiner Ausrüstung und einem guten Team.“, sagt er.

Ein Seehund ruht sich auf einem Felsen aus.
Ein Seehund ruht sich auf einem Felsen aus. Foto: Uli Kunz/Greenpeace
 

Unterhaltsam und witzig erzählt  der Wissenschaftler  von seinen bislang eindrücklichsten Erfahrungen. Zum Beispiel schnorchelte er inmitten eines Heringsschwarms, um Orcas und Buckelwale beim Fressen zu filmen.   Mit Meeresschützern von Greenpeace ging  Kunz auf eine Nordsee-Expedition an Bord der „Arctic Sunrise“. Am Sylter Außenriff tauchte er zu Felsbrocken hinab, die Greenpeace-Aktivisten 2008 und 2011 zum Schutz vor zerstörerischer Fischerei versenkt hatten.

Die Steine sind mittlerweile von vielerlei Meeresbewohnern besiedelt, was Kunz eindrucksvoll mit der Kamera dokumentierte. „In Frankreich zum Beispiel erkundete ich mit einem Team aus Höhlenforschern kilometerlange wassergefüllte Gänge und Hallen und musste für den Ausflug in die licht- und leblosen Tiefen 150 Kilogramm Ausrüstung mitschleppen. Über 30 Stunden verbrachten wir unter Tage, komplett abgeschnitten von der Außenwelt“, berichtet er.

<p>Uli Kunz entdeckte schon als Teenager seine Liebe zum Meer.</p>

Uli Kunz entdeckte schon als Teenager seine Liebe zum Meer.

Foto: Uli Kunz/Greenpeace
 

Seine sensationellen Bilder und Videos präsentiert  Kunz auf einer  Großleinwand, untermalt werden sie von atmosphärisch passender Musik. Auch Bedrohungen wie die zunehmende  Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll, die Jagd auf   Haie für Haiflossensuppe oder die Folgen der Klimaerwärmung spricht Kunz in seinem Vortrag an.  Vor allem sollen  seine atemberaubenden Bilder dazu motivieren, sich für den Schutz der Ozeane einzusetzen.

Uli Kunz, Jahrgang 1975, wuchs in Kehl am Rhein auf.  Als Teenager machte er verschiedene Tauchscheine und entdeckte seine Liebe zum Meer. 1997 zog er nach Kiel, um Meereskunde und Zoologie an der Christian-Albrechts-Universität  zu studieren. 2004  hatte er  sein Diplom in der Tasche. 2013 gründete Uli Kunz mit vier Freunden die Firma Submaris, die Tauchprojekte für Wissenschaft und Medien anbietet. Zwischen den Forschungseinsätzen tauchte das Team für „Terra X“ und einen  „Tatort“ ab.
zur Startseite

von
erstellt am 16.Feb.2017 | 16:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen