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Das Wahrzeichen von Hetlingen : Ein Hamburger kauft den Leuchtturm Juelssand

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ein Finkenwerder Leuchtturmfan ist der neue Besitzer von Juelssand. Jetzt haben 200 Besucher das Hetlinger Wahrzeichen besichtigt.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Hetlingen | Mit so einem großen Ansturm von Pilgern hatten die Stationsleiterin des Haseldorfer Elbmarschenhauses, Edelgard Heim, und Nabu-Schutzgebietsbetreuer Uwe Helbing nicht gerechnet. Mehr als 200 gut ausgerüstete Menschen jeder Altersklasse hatten sich am Sonntagmorgen um 10 Uhr an der Hetlinger Schanze eingefunden, um sich auf den langen Weg zum ausrangierten Leuchtfeuer Juelssand am Dwarsloch zu machen. Die Besuche sind eine Seltenheit, denn Wanderungen durch das Naturschutzgebiet sind aufgrund der zu schützenden Flora und Fauna strengstens untersagt.

Da zu diesem Ausflug des Nabu so unerwartet viele Menschen gekommen waren, wurden sie von Heim nach der Begrüßung in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe wanderte unter der Leitung von Helbing direkt strammen Schrittes die fünf Kilometer am Deich entlang und dann quer durch die Wiesen in Richtung Elbe bis zum Juelssand. Die zweite Gruppe mit Heim folgte mit einem kleinen Abstecher an den Strand ein wenig später. Ein Massenansturm auf den Leuchtturm wurde so auf einfache Art verhindert. Bei strahlendem Sonnenschein, der später nur kurz durch Schauer und einer leichten Brise unterbrochen wurde, erfreuten sich die Wanderer an der unberührten Naturlandschaft, den Kühen und staunten über die riesigen Container-Pötte, die dem Schein nach durch die satten Wiesen fuhren.

Elbmarschenhaus-Chefin Edelgard Heim (r.) begrüßte die rund 200 Gäste und teilte sie für den Weg zum Leuchtfeuer in zwei Gruppen ein.
Elbmarschenhaus-Chefin Edelgard Heim (r.) begrüßte die rund 200 Gäste und teilte sie für den Weg zum Leuchtfeuer in zwei Gruppen ein. Foto: Kirsten Heer
 

Unterwegs erzählten Heim und Helbing ihren Gruppen über die Geschichte des Leuchtturms, der seit 1984 mitten im Schutzgebiet der Haseldorfer Binnenelbe mit Elbvorland liegt und mehr als 110 Jahre lang mit seinem Feuer half, die Schifffahrt auf der Elbe sicherer zu machen. Die Besucher hörten von Hans-Joachim Selle, dem Enkel der Leuchtturmwärter Anna und Andreas Eilers, der täglich drei Stunden Fußmarsch zur Schule zurücklegen musste.

„Unike Landmarke ist Auftakt nach Hamburg“

Vor dem geschichtsträchtigen weißen Bau angekommen, des seit 2010 nicht mehr im Einsatz ist und fast wie eine Kirche anmutet, stellte sich heraus, dass sogar das Innere des Leuchtturms betrachtet werden durfte. Ganz oben in der Kuppel, wo die Fenster zugeklebt sind, wurde dann das Geheimnis um den neuen Besitzer enthüllt. Der rührige Leuchtturmexperte Helge Staack erzählte neben Geschichten des Gebäudes auch von dem privaten Investor aus Finkenwerder, der bei einer Versteigerung das höchste Gebot abgegeben hatte. Er sei „sympathisch, jung, will den Leuchtturm komplett im alten Stil renovieren und ihn auch in Zukunft für Besucher offen halten“, so Staack.

Ein Riesen-Containerschiff zieht auf der Elbe an dem ausgedienten Leuchtfeuer Juelssand vorbei.
Ein Riesen-Containerschiff zieht auf der Elbe an dem ausgedienten Leuchtfeuer Juelssand vorbei. Foto: Kirsten Heer
 

Die Pläne von Hetlingens Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) und Heim, einen Förderverein zu gründen, der sich um das seemännische Wahrzeichen kümmert, waren im Herbst 2016 im Hetlinger Gemeinderat gescheitert. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) hat das Leuchtfeuer daraufhin veräußert.

„Ich habe nur ein Ziel, ich möchte Juelssand erhalten“, sagte der neue Eigentümer, der namentlich nicht genannt werden möchte, gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. „Die unike Landmarke ist der Auftakt nach Hamburg“, so der Finkenwerder Leuchtturmfan.

Helbig und Heim freuen sich über die Pläne des neuen Besitzers, der extreme Auflagen hat und eigentlich nur mit einem kleinen Boot an das Wahrzeichen herankommt. Sie hoffen trotz des Besitzerwechsels auf Führungen in der Zukunft.

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