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Umweltschutz im Marsch-Idyll : Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mats Brämer aus Seeth-Ekholt verbringt sein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Carl-Zeiss-Vogelstation am Fährmannsand.

Wedel | Zur Zeit zeigt sich die Wedeler Marsch von ihrer schönsten Seite. Mats Brämer bereitet sich aber auch schon innerlich auf den Winter vor. Dann wird der 21-Jährige aus Seeth-Ekholt in der Carl-Zeiss-Vogelstation die Stellung halten – bei Nebel, Schneeregen und ausbleibenden Besuchern. „Das macht mir nichts aus, ich kann gut auch mal allein sein“, betont Brämer. Seit vier Tagen leistet er sein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in der Station. Er ist der achte Freiwillige, der dort seinen Dienst tut. Stationsleiter Marco Sommerfeld hat Brämer aus 13 Bewerbern ausgewählt.

Der 21-Jährige hat gerade sein Fachabitur an der Leibniz-Schule in Elmshorn geschafft – im geografischen Profil. „Biologie war aber Prüfungsfach“, betont er. Kindheit und Jugend im ländlichen Seeth-Ekholt haben ihn zu einem Natur-Fan werden lassen. „Ich habe auch früher schon mit den Pfadfindern Biotop-Pflege in Mecklenburg-Vorpommern gemacht“, erzählt Brämer. Als Vorbereitung auf das FÖJ habe er in der Marsch ansässige Vogelarten und ihre Erkennungsmerkmale wie Vokabeln gepaukt. 

Wissen, das Brämer jetzt gut gebrauchen kann. Der Umgang mit jährlich zirka 13.000 Besuchern der Vogelstation gehört nämlich zu seinen wichtigsten Aufgaben. Mit der Zeit soll er auch selbstständig Führungen übernehmen können. Der 21-Jährige erledigt außerdem Reparaturarbeiten am Gebäude der Station und pflegt das 18 Hektar große Schutzgebiet. Sommerfeld: „Wir befreien die Flachwasserzonen von Pflanzen und entfernen Schilf.“ Bei diesen Tätigkeiten arbeitet Brämer regelmäßig mit den ehrenamtlichen Helfern auf der Vogelstation zusammen. „Wenn ich in Urlaub bin, ist er ja auch mein Stellvertreter“, betont Sommerfeld

Unterstützung für Vogelschutzprojekten
in Hamburg

Der Fachabiturient arbeitet aber nicht nur auf der abgelegenen Station in der idyllischen Marsch. Er unterstützt Sommerfeld auch bei Vogelschutzprojekten in Hamburg. „Wir beraten Unternehmen, die auf ihrem Gelände Nistmöglichkeiten schaffen wollen.“

Sommerfeld schätzt die Zusammenarbeit mit den Freiwilligendienstlern: „Jeder Teilnehmer bringt einen ganz anderen Lebenslauf mit. Es ist toll zu sehen, wie sie sich dann bei uns entwickeln.“ Für Brämer ist die Zeit in der Marsch auch eine Phase der Orientierung nach dem Schulabschluss. Wenn er seinen Dienst abgeleistet hat, möchte er studieren. Was genau, steht noch nicht fest. Eines ist jedoch klar: „Ich möchte nach dem FÖJ etwas mit Umweltschutz machen.“.

Die Carl Zeiss Vogelstation liegt am  Fährmannssand und wird seit 1984 vom Nabu Hamburg betreut. Die umliegende Wedeler Marsch gilt als international bedeutsames Habitat für Vögel wie Weißwangengänse oder Krickenten. Es ist ein wichtiger Wegpunkt auf der herbstlichen Reise der Zugvögel. Geöffnet ist die Station mittwochs, donnerstags, sonnabends, sonntags und an Feiertagen jeweils von 10 bis 16 Uhr.
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erstellt am 07.Aug.2015 | 12:30 Uhr

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