Ein Fest der Bilder und Klänge

Das Gemälde Torfstecher 1944 von Edwin Zaft. zaft Edwin Zaft im Gespräch  mit den beiden Künstlerinnen Anna Goldmund (links) und Anja Badners. veigel
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Das Gemälde Torfstecher 1944 von Edwin Zaft. zaft
Edwin Zaft im Gespräch mit den beiden Künstlerinnen Anna Goldmund (links) und Anja Badners. veigel

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02. Februar 2013, 01:14 Uhr

Wedel | Die Vernissage "Zaft: Zeichen" war mehr als bloß der offizielle Auftakt für eine eindrucksvolle Kunstaustellung, die bis zum 27. Februar im Rathaus in Wedel zu bestaunen ist. In dem Verwaltungsbau entstand ein Raum der Begegnung, in dem die Gäste äußere und innere Welten und vor allen Dingen ihre eigenen inneren Bilder und Assoziationen in den vorgestellten 41 Exponaten des Künstlers Edwin Zaft entdecken konnten.

Nach einem herzlichen Willkommensgruß durch Annelie Wedemeyer vom Kulturforum Wedel, das die Ausstellung organisiert hat, und einer kurzen Ansprache des Fachbereichsleiters Bürgerservice Wedel, Ralf Waßmann, ergreift Marianne Gehrke vom Offenen Atelier Quickborn das Wort. Sie nimmt die Gäste wortgewandt und mit malerischer Beschreibungskraft mit auf eine imaginäre Reise vom ersten Pinselstrich einer Linie bis hin zu üppigen Bilderwelten Zafts und weist auf das Bild "rote Linien" hin, das zunächst unnahbar wirke. Tatsächlich drängt sich bei längerer Betrachtung eine unerklärliche Nähe mit einem Hauch von Unendlichkeit auf.

Eine besondere Atmosphäre weiß die Sängerin Petra aus Borstel-Hohenraden durch ihre unverwechselbare, vollmundige Stimme zu schaffen, die mit ihrem ersten Song gekonnt den Rundgang durch die Ausstellung einleitet und bis zum Schluss die Vernissage musikalisch begleitet.

"In der Entstehungsphase kam es mir so vor, als würde ich vom falschen Ende her in ein Fernrohr hineinschauen und dort - weit entfernt - innere Welten entdecken", erzählt der Künstler. Gleichzeitig erleben die Betrachter die umgekehrte Sicht. Sie empfinden, dass die Bilder sie in eine ferne Welt hineintragen. Im Gegensatz dazu ist die Bilderserie im 1. Stock sehr bodennah und erdverhaftet. Ein ganz anderer Wind des Werdens und Vergehen weht hier. Irdisch sind die verwendeten Materialien und irdisch sind die Eindrücke, die entstehen. Das Himmelmoor war Inspiration und Materialienlieferant in einem. Abstrakte sehr haptische Landschaften drängen sich dem Betrachter auf und wirken teilweise aggressiv und teilweise eruptiv, wie zum Beispiel in dem Bild "Unter Asche".

In der Ausstellung fällt ein Bild besonders auf. Es ist aus der Betroffenheit über das Elend der Torfstecher im Himmelmoor heraus entstanden und trägt den schlichten Namen: Torfstecher 1944. Der Torfstecher wird mit seinen unverhältnismäßigen Körperproportionen in seiner Verletzlichkeit und in seinem Unglück erfahrbar und wird so zu einem künstlerischen Bild-Dokument unseres Zeitgeschehens.

Um 21.30 Uhr verweilen nur noch einige wenige Gäste im Rathaus, um mit dem Künstler und den Mitgliedern des Kulturforums Wedel zu plaudern. Ein gelungener Abend geht hiermit zu Ende, während die Ausstellung "Zaft:Zeichen" gerade erst ihren Anfang nimmt.

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