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Kleinkindbetreuung : Ein Familienzentrum für Wedel

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Familienbildung hat mit gutem Konzept überzeugt. 25.000 Euro für neue Mitarbeiterin, die Kleinkindbetreuung koordiniert.

shz.de von
erstellt am 21.Mär.2015 | 15:00 Uhr

Wedel | Die Wedeler Familienbildung ist Familienzentrum geworden. „Das macht uns schon stolz“, sagt Leiterin Ulrike Wohlfahrt. Denn die Einrichtung musste für diese neue Auszeichnung ein schlüssiges Konzept erarbeiten – und hat damit überzeugt.

„Familienzentren sind Einrichtungen, die über Bildung, Erziehung und Betreuung hinaus niedrigschwellige Angebote zur Förderung und Unterstützung von Kindern und Familien bereitstellen“, heißt es in einem Entwurf der Landesregierung. Die hat 2013 beschlossen, 100 solcher Familienzentren in ganz Schleswig-Holstein einzurichten. Dafür stellte sie 2,5 Millionen Euro zur Verfügung – 25.000 für jedes Zentrum. Bewerbungen nahmen die Kreise entgegen. Der Kreis Pinneberg wählte neben der Wedeler Einrichtung noch die Familienbildung in Elmshorn und sechs weitere Kitas aus, jedoch keine weitere Einrichtung in Wedel.

Die Wedeler Familienbildung punktete in ihrem Konzept damit, dass sie auf eine besondere Situation einging. „50 Prozent der unter Dreijährigen werden von Tagesmüttern betreut“, erläutert Wohlfahrt. Auch diese Eltern hätten einen Anspruch auf Begleitung. Deshalb entwarf die Einrichtung eine Aufgabenbeschreibung, die Koordinationszentrale und Anlaufstelle gleichzeitig sein soll. „Bedarf und Angebote müssen hier ins Verhältnis gebracht werden“, so Wohlfahrt. Was braucht ihr? Was wünscht ihr? Das müsse man die Eltern fragen. Und unter Umständen mit Beratung am Wochenende oder online ganz neue Wege gehen.

Dass Unterstützung gerade im Kleinkindbereich sinnvoll sei, belege auch die Sozialraumanalyse, erklärt die Leiterin. Die weise für Kinder unter drei Jahren für Wedel einen hohen Belastungsgrad aus. Bedeutet: Gemessen an der Notwendigkeit, hinken die Angebote in der Rolandstadt hinterher.

Organisieren, netzwerken, Lösungsmöglichkeiten suchen, Ansprechpartnerin sein, vermitteln und zuerst einmal natürlich den echten Bedarf ermitteln: Das werden in Zukunft die Aufgaben von Tina Borelidou sein, die die neue Teilzeitstelle im Familienzentrum bekommen hat. Seit Anfang März arbeitet sich die Diplompädagogin ein. Borelidou war, bevor sie im Oktober nach Wedel zog, in einem offenen Elternkindertreff in Hamburg tätig. Sie bringt also als Koordinatorin bereits viel Erfahrung mit und weiß auch um die Probleme in der Kleinkindpflege. „Viele Tagesmütter haben den Elternkindertreff besucht“, erzählt sie.

Die Kooperationskita der Wedeler Familienbildung ist die Fröbeleinrichtung „Wasserstorche“. Hier wird Borelidou eine feste Sprechstunde einrichten. Generell aber gilt: „Wir möchten das Familienzentrum für alle Familien sein.“ Die Förderung ist erst einmal für ein Jahr bewilligt. Doch Wohlfahrt ist zuversichtlich: „Wir hoffen natürlich, dass es weitergeht.“

Im vergangenen Jahr betreuten in Wedel 76 Tagesmütter 460 Kinder. Doch auch Eltern von Kindern zwischen zehn Monaten und drei Jahren, die ihren Nachwuchs  nicht in eine Betreuung geben, möchte Tina Borelidou etwas anbieten. Sie eröffnet ein Spielcafé. Immer donnerstags lädt sie von 10.30 bis 12 Uhr  in die Räume der Familienbildung, Rathausplatz 4, ein. Los geht es am 2. April. Das Angebot ist gebührenfrei.
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