Hetlingen : Ein echter Profi als Wehrführer

Hetlingens neuer Wehrführer Oliver Schönfeldt (45) ist in Hamburg Berufsfeuerwehrmann und bekam von Holms Wehrführer Lukas Krack einen „Geduldsfaden“ für das neue Amt geschenkt.
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Hetlingens neuer Wehrführer Oliver Schönfeldt (45) ist in Hamburg Berufsfeuerwehrmann und bekam von Holms Wehrführer Lukas Krack einen „Geduldsfaden“ für das neue Amt geschenkt.

Berufsfeuerwehrmann Oliver Schönfeldt wird bei der Jahreshauptversammlung in Hetlingen einstimmig ins Amt gewählt.

shz.de von
12. Januar 2015, 16:00 Uhr

Hetlingen | Einstimmig ist auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hetlingen Oliver Schönfeldt (45) von seinen Kameraden zum neuen Wehrführer gewählt worden. Alle 34 anwesenden Stimmberichtigen votierten mit „ja“. Nach drei Jahren im Amt hatte der bisherige Amtsinhaber Axel Meyer sein Amt aufgegeben, weil der Spagat zwischen Ehrenamt und Beruf zu groß wurde.

Mit Schönfeldt haben die Hetlinger Blauröcke einen waschechten Profi an ihre Spitze gewählt. Seit 22 Jahren ist der gebürtige Hamburger in der Hansestadt Berufsfeuerwehrmann. In der Technik- und Umweltschutzwache ist er stellvertretender Wachabteilungsleiter. Er ist ABC-Zugführer und berät bei Umwelteinsätzen. Seit 2000 lebt Schönfeldt mit seiner Familie in Hetlingen. Als Christdemokrat ist er Gemeindevertretungsmitglied. Für den Schulverein führt er die Kasse. Seit 2007 ist Schönfeldt auch in der Freiwilligen Feuerwehr Hetlingens aktiv. „Das ist für mich selbstverständlich. Wenn Not am Mann ist, kann ich helfen“, sagte Schönfeldt. Die zwei, Berufsfeuerwehrleute, die neben ihm in Hetlingen wohnen, versucht er beharrlich fürs Ehrenamt zu bewegen. Sohn Kimi (9) soll dieses Jahr angemeldet werden, Mika (11) ist bereits in der Jugendfeuerwehr. Das einhellige Wahlergebnis war für Schönfeldt keine Überraschung: „Ich habe immer viel Rückhalt in der Wehr erfahren“. Was er an seinen Kameraden schätzt: Sie sind immer hoch motiviert. Den zusätzlichen Aufwand scheut der einstmals gelernte Polsterer nicht. „Man hat mir auch Unterstützung zugesagt“, sagte Schönfeldt.

„Ich freue mich, gerade dir das Amt in fachlich-kompetente Hände übergeben zu können“, sagte Meyer, der schweren Herzens sein Amt aufgab und Wehmut durchblicken ließ. „Glücklich bin ich darüber überhaupt nicht“, sagte Meyer zu seinen Kameraden. Als Aktiver bleibt er aber erhalten. Bürgermeistein Monika Riekhof (CDU) dankte Meyer mit einem Blumenstrauß für sein „aufopferungsvolles Engagement“. Die Wehrführer aus Holm, Haseldorf und Wedel, Lukas Krack, Ingo Wittke und Michael Rein, betonten die gute Zusammenarbeit.

Aus dem Amt schied Olaf Kraft, der seit 24 Jahren stellvertretender Gruppenführer gewesen war und nun für die Jugend Platz machen wollte. Seit 1991 war er zudem im Vorstand aktiv und wurde für seine Tätigkeit von Meyer geehrt. Einstimmig wurde Timo Hörburger (27) als Krafts Nachfolger gewählt. Die Anzahl der Einsätze war in 2014 durchschnittlich. Der Trend zur vermehrt technischen Hilfeleistung bestätigte sich erneut. Personell verlief das Jahr positiv. Bei keinem Austritt gibt es vier neue Anwärter. Insbesondere der Mitmachtag war dazu ein Erfolg: Das praktische Reinschnuppern überzeugte die Teilnehmer. Wedels Wehrführer Rein liebäugelte damit, die Aktion zu übernehmen. Im vergangenen Jahr waren die ersten Sprösslinge aus der gemeinsamen Jugendfeuerwehr mit Holm übernommen worden. Sechs Hetlinger, darunter ein Mädchen, sind dort im Alter von zehn bis 15 Jahren aktiv. „Es wird noch ein paar Jahre dauern, bis welche nachrücken“, sagte Ausbilder Marcel Schmidt (19).

Befördert worden sind: Kay Burgstaler bei Aufnahme zum Feuerwehrmann, Nina Körner zur Oberfeuerwehrfrau, Christoph Eggers, Alexander Reese und Alexandré Thomßen zu Hauptfeuerwehrmännern mit drei Sternen sowie Philipp Prehn und Martin Richert zu Löschmeistern. Die Feuerwehranwärter Jan Bettray, Stev Müller, Alexander Schümann und Dennis Hagedorn sind in die Wehr aufgenommen worden. 100 Prozent Dienstbeteiligung erreichten Holger Martinsteg, Christoph Eggers, Fritz Eckert, Andreas Wulff und Ole Martinsteg.
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