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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 17:26 Uhr

Moorrege : Ein Brückenschlag nach Afrika

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vier Zehntklässler der Gemeinschaftsschule Moorrege besuchten mit ihrer Lehrerin die neue Partnerschule in Tansania.

Moorrege | Schüler fit zu machen für die globale Welt von morgen: Die Lehrer der Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg in Moorrege (Gemsmo) gehen diese Aufgabe seit Jahren mit großem Engagement an. Seit kurzem gibt es einen Brückenschlag nach Afrika. Vier Schüler des zehnten Jahrgangs haben gemeinsam mit Lehrerin Julia Overbeck an einer dreiwöchigen Exkursion des Vereins Rafiki nach Tansania unternommen. Unter anderem wurde in Mrimbo die Kiumako-Schule besucht. Sie ist nun Partnerschule der Moorreger Bildungseinrichtung.

Während einer Lehrerfortbildung über globales Lernen stellte der Kellinghusener Lehrer Oliver Zantow den Verein Rafiki (Kiswahili für Freund) vor, der einen Beitrag für die globale Gerechtigkeit leisten will. Ein Schwerpunkt ist der Bau der weiterführenden Schule in Mrimbo. Für diese Arbeit wurde der Verein auch von der Unesco ausgezeichnet. Overbeck war begeistert und säte die Idee einer Partnerschaft im Moorreger Kollegium. 2013 reiste sie in den Sommerferien erstmals nach Tansania.

Nun der zweite Besuch der Wedelerin mit Schülern, unter ihnen Lea Schmidt. Die 16-jährige Appenerin war von ihrer Mutter zur Reise ermutigt worden, da sie als Kind vier Jahre lang in Togo gelebt hatte. Leas Fazit: Es ist toll, wie ihre Altersgenossen in Tansania das Schulleben meistern. „Die haben nicht viel und sind trotzdem glücklich“, sagt sie. Die Schüler seien viel disziplinierter. „Für die tansanischen Kinder bedeutet der Schulbesuch eine große Chance“, betont Overbeck.

Untergebracht waren die Teilnehmer der insgesamt 17-köpfigen Gruppe in Hotels, Jugendherbergen und großen Zelten. Auf die Frage, warum nicht in Familien, antwortete Overbeck: „Das wäre ihnen unangenehm gewesen.“ In Tansania ist westlicher Lebensstandard bekannt.

Etwa 1000 Kilometer sind die Rafiki-Reisenden mit einem Schulbus unterwegs gewesen. Die Reisekosten betrugen pro Person 2000 Euro, 1200 Euro übernahmen die Eltern. Der Rest waren Zuschüsse vom Land und dem Bingo-Lotto. Es gab unter anderem eine Safari, die Volksgruppe der Massai wurde besucht und eine Teefarm in Augenschein genommen, die das Fair-Trade-Siegel trägt und einen Mindestpreis erhält. Auch eine Kaffeekooperative sollte Ziel sein. Die hatte allerdings kurzfristig aufgegeben: Der Kaffeepreis auf dem Weltmarkt ist so stark gesunken, dass die Einnahmen die Ausgaben nicht mehr decken, so Overbeck.

Ebola wütet in Westafrika – auf der anderen Seite

Lea bezeichnet die Afrika-Reise als Abenteuer. „Es wird in Deutschland nicht so geschätzt, dass man zur Schule gehen kann“, resümiert sie. Die Gespräche mit den tansanischen Schüler wurden auf Englisch geführt. Gemeinsam wurde auch gearbeitet: 45 Bäume wurden gepflanzt, weil in der Vergangenheit am Hang des Kilimandscharos kräftig abgeholzt wurde.

Ebola war übrigens für die Schüler kein Thema. Die tödliche Seuche wütet in Westafrika – also auf der anderen Seite des Kontinents.

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erstellt am 14.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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