zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 21:32 Uhr

Hauptausschuss : Ehrenbürger gegen Amtsneubau

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rolf Heidenberger fordert Anbau fürs Moorreger Amtshaus. Kritik an Kostenschätzung.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Wedel | Das Fingerhakeln um das Amtshaus des Amts Geest und Marsch Südholstein (Gums, bisher Amt Moorrege) geht in die nächste Runde: Heute Abend wird während der Sitzung des Amtsausschusses in Haselau weiter an den Plänen gefeilt – und zwar Zweigleisig. Darauf haben sich die Mitglieder des Hauptausschusses während ihrer Sitzung im Moorreger Amtshaus am Dienstagabend einstimmig verständigt. Die Diskussion wurde abermals von der Politik kontrovers geführt.

Erstmalig hat sich nun ein Bürger aus Appen offiziell eingemischt. Ehrenbürger Rolf Heidenberger, vielen Menschen als Macher von „Appen musiziert“ bekannt, hatte die Chance der Bürgerfragestunde genutzt, um seinen Unmut über das bisherige Verfahren und insbesondere die Neubaupläne kundzutun. Er hatte vorab einen dreiseitigen Brief mit Fragenkatalog zu dem Thema eingereicht. „Ich bin mir absolut sicher, dass ein moderner Anbau für maximal drei Millionen Euro zu haben ist“, heißt es in dem Schreiben. Aus Heidenbergers Sicht seien die Raumforderungen zu üppig. Auch den Bau einer Tiefgarage lehnt er ab. Die Gemeinde Appen müsse für einen zehn Millionen Euro teuren Neubau innerhalb von 30 Jahren anteilig etwa 2,5 Millionen Euro aufbringen. „Das wird kein Appener verstehen, und als Kaufmann halte ich diese Kalkulation für fahrlässig“, so Heidenberger. Wie Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) hält er die vorgelegten Anbau-Varianten mit 5,5 Millionen Euro für künstlich aufgeblasen.

Dem schloss sich Moorreges CDU-Fraktionschef Georg Plettenberg an. „Der Anbau ist künstlich hochgerechnet worden“, wetterte er. Die von Holms Vize-Bürgermeister Uwe Hüttner (CDU) ins Gespräch gebrachte Fällung der Buche rechts neben dem Gebäude hält Plettenberg wie Heidenberger für sinnvoll. Dort könne ein zwölf Mal zwölf Meter großes dreistöckiges Gebäude errichtet werden, das so hoch sei, wie das alte Amtsgebäude. Dort könnten pro Etage sechs Doppelzimmer entstehen. „18 Zimmer für bis zu 36 Mitarbeiter bieten ausreichend Platz auch für die Zukunft“, betonte Plettenberg. Appens CDU-Fraktionschef Hans-Peter Lütje wird angesichts von zehn Millionen Euro Neubaukosten „Angst und Bange“. Für ihn sei die Hüttner-Variante von ganz großer Bedeutung. Weinberg versprach, ein Parkflächen-Konzept vorzulegen: „Das Problem lässt sich lösen.“

Die eingegangenen elf Vorschläge für einen neuen Standort in Heist, Appen mit sechs Angeboten und Moorrege mit vier Arealen wurden in einer anschaulichen Präsentation von René Götze, Fachbereichsleiter Bauen und Liegenschaften, und seiner Kollegin Melanie Pein vorgestellt. Fünf werden darin als im Prinzip geeignet eingestuft, darunter das 8000 Quadratmeter große Rieprich-Grundstück in Heist. Es gehört inzwischen der Gemeinde, wie Hauptausschuss-Chef und Heistmer Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) bestätigte.

Amtshaus-Nachbar Ralf Krüger aus Moorrege betonte, dass die Anlieger für einen Neubau auf der grünen Wiese plädieren. Er kündigte im Falle eines Anbaus anwaltliche Schritte an.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen