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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 23:10 Uhr

Wedel : Ehrenamtliche Hilfe für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Fünf Arbeitsgruppen planen das weitere Vorgehen und wollen die Aktionen ausweiten.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Wedel | Globalisierung bedeutet nicht nur billige Turnschuhe aus China und frische Pfirsiche im Februar. Globalisierung bedeutet auch, dass Menschen auf der Flucht vor Krieg und Elend Ozeane und Wüsten durchqueren, um dann in einer norddeutschen Kleinstadt wie Wedel eine neue Heimat zu finden. Auf Zeit – oder für immer. Um den neuen Mitbürgern den schwierigen Start zu erleichtern, arbeiten der Diakonieverein Migration, die Migrationsberatung Wedel und die Koordinierungsstelle Integration nun gemeinsam an einer besseren Vernetzung ihrer Arbeit. Außerdem werden Freiwillige gesucht, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren.

Den Auftakt der Ehrenamts-Initiative machte ein offenes Treffen Ende Oktober. Mehr als 70 Menschen kamen ins Rathaus. Alle wollten helfen. „Niemand hat sich an diesem Abend negativ über Flüchtlinge geäußert“, betont Hüseyin Inak, der für den Diakonieverein Migration arbeitet. Er fühlt sich in seinen positiven Erwartungen bestätigt: „Wedel hat ein sehr großes Herz.“ Die Freiwilligen teilten sich zunächst in fünf Arbeitsgruppen auf, die verschiedene Themen in Angriff nehmen werden. Dazu zählt die Begrüßung von Neuankömmlingen, die Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen, die Übernahme von „Patenschaften“ für einzelne Flüchtlingsfamilien, die Organisation von Gebrauchsgegenständen wie Fahrrädern sowie die Kontaktpflege zu alteingesessenen Nachbarn. „Wir profitieren alle davon, wenn wir freundlich miteinander umgehen“, betonte Joachim Rose von der Koordinierungsstelle Integration. Er konnte sich über zahlreiche Hilfsangebote freuen. „Es waren Wedeler da, die Nachhilfe geben oder bei Behördengängen helfen wollen.“ Auch die Zukunft des geplanten Flüchtlingscafés sieht vielversprechend aus. „Es sind mehrere mögliche Standorte angeboten worden“, so Rose. Alle Wedeler, die bei der Initiative mitmachen, sollen in nächster Zeit einen Crashkurs in Sachen Asylrecht erhalten. „Das ist ein Thema mit Ecken und Kanten – die Freiwilligen sollen Rechtssicherheit bekommen“, sagt Inak. Derzeit gibt es regelmäßige Treffen der Arbeitsgruppen. Die Organisationsstruktur der Initiative wird noch erarbeitet. „Das Projekt soll sich in Ruhe entwickeln“, betont Rose. Der nächste Schritt folgt allerdings schon am kommenden Dienstag: Dann nehmen die neuen Ehrenamtler die ersten Flüchtlinge in Empfang – eine Großfamilie aus Albanien.

Wer sich für in Wedel lebende Flüchtlinge engagieren will, kann sich an folgende Ansprechpartner wenden: Sabine Wolff, Migrationsberatung Wedel, Mühlenstraße 18, Telefon: 04103-7029934; Hüseyin Inak, Diakonieverein Migration, Bahnhofstraße 2c in Pinneberg, Telefon 04101-3766725; Joachim Rose, Koordinierungsstelle Integration in Wedel, ABC-Straße 3, Telefon: 04103-915499.
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