Plattmarathon in Haselau : „Eeten un Theoter“: Kollektive Freude bei 460 Gästen

Gerd Richert (von links) stellte seine „jungen Platten“ vor, die er liebevoll in der EU-Minderheitensprache unterrichtet.
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Gerd Richert (von links) stellte seine „jungen Platten“ vor, die er liebevoll in der EU-Minderheitensprache unterrichtet.

Auch die neunte Auflage des dreitägigen Plattmarathons im Haselauer Landhaus war ausverkauft. Die Idee, gemütliches „Eeten“ im Landgasthof mit Auftritten verschiedener Plattdeutsch sprechender oder singender Menschen miteinander zu verbinden, hatten Gerd Richert mit seiner damaligen Schauspieltruppe, der Elmshorner Speeldeel.

shz.de von
21. März 2017, 17:00 Uhr

haselau | Wenn der Haselauer Plattkönig Gerd Richert zum traditionellen dreitägigen Plattmarathon mit „Eeten un Theoter“ ins Haselauer Landhaus einlädt, braucht er sich um ein volles Haus keine Sorgen zu machen. So waren auch in diesem Jahr bei der neunten Auflage des beliebten Spektakels mit insgesamt mehr als 460 Gästen alle vier Vorstellungen am vergangenen Wochenende ausverkauft. Die Abende begannen kulinarisch mit einem „Theaterteller“ , zur Nachmittagsvorstellung wurden duftende Kuchen gereicht.

Die Idee, gemütliches „Eeten“ im Landgasthof mit Auftritten verschiedener Plattdeutsch sprechender oder singender Menschen miteinander zu verbinden, hatten Richert mit seiner damaligen Schauspieltruppe, der Elmshorner Speeldeel, und Otto Lienau gemeinsam ausgetüftelt. Dabei steht der Gedanke des Erhalts der Traditionen auf dem Land ganz vorne an.

„Rodegrütt“  servierten Lea Kruse (von links), Nika Schmahl und Nieke Kleinwort.
Kirsten Heer
„Rodegrütt“ servierten Lea Kruse (von links), Nika Schmahl und Nieke Kleinwort.
 

Das Programm war kunterbunt, erfrischend lebendig und streckenweise urkomisch. So begeisterten Richerts junge Platt-Talente Lea Kruse, Nika Schmahl und Nieke Kleinwort mit dem Sketch mit „Rodegrütt“. Noah Lüchau und Finn Beutler begeisterten mit „De Reis no Lübeck“. Momme Wulff war bei dem plattdüütschen Kultlied „Herrn Pastor sien Kauh“ dabei. Auch der Haseldorfer Chor Nonstop Shining unter der Leitung von Manuela Teichmann erhielt tosenden Beifall für seinen Auftritt, besonders bei der Zugabe „An de Eck steiht ’n Jung“

Richert verblüffte mit immer neuen, zum Teil geradezu surreal komischen Amanda-Geschichten und brachte alle Gäste zum tosenden Lachen. Traditionell wurde der Abend mit Theoter op Platt beendet. Die Rappelsnuten aus Westernhorn spielten die turbulente Kriminalkomödie „Dat Schwiegermonster“ von Viola Schößler. Viel zu lachen gab bei den teils sehr schrägen Aktionen der Darsteller Lars Reimers, Karen Heine, Jörg Heine, Birgit Kaschke, Markus Kirst und Lydia Labusch.

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