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Weißes Dinner : "Eeten in Witt" bei Sonnenschein

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Picknick in Holm lockt mehr als 30 stilvoll gekleidete Besucher. Organisatorin verspricht für 2014 eine Neuauflage.

Erst sah es so gar nicht nach einem geselligen Abend in lauer Sommernacht aus: Auch in diesem Jahr begann das „Eeten in Witt“ in Holm wieder witterungsbedingt dramatisch. Fing es im vergangenen Jahr pünktlich zum Start um 17 Uhr an zu regnen, so war diesmal um dieselbe Zeit an eine festlich gedeckte Tafel mit weißgekleideten Gästen auf der Wiese am Spielplatz gegenüber des Dörpshuses in der Straße Im Sande gar nicht zu denken.

Es hatte den ganzen Tag geregnet und Organisatorin Adda Behnke sah schon all ihre Vorbereitungen zunichte gemacht und die Hoffnung auf einen stilvollen Abend beim „Eeten in Witt“ buchstäblich ins Wasser fallen. Doch Petrus hatte kurz vor dem Aufgeben ein Einsehen, und innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich die nasse Wiese mit zwei einsamen Gestalten unter einem Sonnenschirm in ein wolkenloses kleines Paradies mit langen, weiß gedeckten Tischen. Das gute alte Geschirr, Silberbesteck, Kristallgläser, Etageren und mehrarmige Kerzenleuchter wurden ausgepackt und kamen im Sonnenlicht vortrefflich zur Geltung. Auch die von den Gästen mitgebrachten, meist selbst zubereiteten kulinarischen Köstlichkeiten fanden ihren Platz auf der liebevoll dekorierten Tafel.

Nach und nach waren immer mehr elegante Damen in luftigen Kleidern und Herren in weißen Anzügen und mit flotten Hüten erschienen, unter ihnen Pastorin Susanne Schmidtpott. Auch einige schick gemachte Jugendliche und Kinder waren zu dieser öffentlichen Veranstaltung auf Gemeindegrund gekommen. Insgesamt saßen am Ende mehr als 30 gut gelaunte Menschen bei angeregter Unterhaltung auf weißen Stühlen an den einladenden Tischen. Nicht minder stilvoll wurde zuvor von Detlef Kleinwort und seiner Tochter Laura auf einem Parforce- und einem Fürst-Pless-Horn zum Dinner geblasen.

Während im vergangenen Jahr dieses so genannte „Wild-Picknick“ noch von den „Holmer Kunstmolers“ in Verbindung mit ihrer Ausstellung im „Dörpshus“ und mit der Unterstützung des Holmer Kulturvereins veranstaltet wurde und es so auch möglich gewesen war, bei Regen in ein Zelt zu flüchten, war Behnke in diesem Jahr ganz allein für die Organisation verantwortlich. „Ich habe mich von den begeisterten Gästen überreden lassen, eigentlich sollte das Eeten in Witt eine einmalige Sache sein“, so Behnke. Es gab lediglich eine Zustimmung für die Nutzung der Grünfläche von Bürgermeister Walter Rißler (CDU). Einige Plakate und viele Telefonate reichten, um die Botschaft für das „Eeten in Witt“ zu verbreiten. Sie kam an, und auch die zweite Auflage stieß auf so viel Entzücken, dass schon das Fest für 2014 geplant ist.

Die Idee für das Essen in Weiß stammt übrigens aus Paris. Ende der 1980er- Jahre wurde unter dem Namen „Diner en blanc“ gepicknickt. Die Veranstaltung ist meist ein nicht angemeldeter Massenauflauf wildfremder Menschen und wird in dieser eigentlich illegalen Form in Paris und inzwischen andernorts regelmäßig praktiziert.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 16:00 Uhr

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