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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. September 2017 | 15:43 Uhr

Durch den Fisch auf den Tisch

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Elbmarschenhaus Schau zeigt Abfallprobleme

Das Thema Plastikmüll und seine Folgen für die Umwelt ist brandaktuell und hoch brisant. Es ist nicht neu. Umso drängender wird es, gegen die Zerstörung der Weltmeere durch den sorglosen Konsum von Plastikgegenständen aller Art zu kämpfen. Einen sehr anschaulichen Weg, die Gefahren von Plastikmüll, aber auch Vorschläge zur Vermeidung aufzuzeigen, hat das Elbmarschenhaus in Haseldorf mit einer neuen Sonderausstellung gefunden.

Mit einem berührenden Foto der Kegelrobbe Frank begrüßte Stationsleiterin Edelgard Heim die mehr als 40 Besucher zur Vernissage der Ausstellung „Ich war das nicht! Oder doch...?“, darunter viele Kinder und Jugendliche. Frank wurde durch einen Plastikreif um den Hals schwer verwundet. Er sei nur ein schreckliches Beispiel für das Schicksal vieler Wassertiere, die in einem Meer lebten, das von Plastikmüll durchsetzt sei, so Heim. Natürlich hätte niemand den Ring direkt um den Hals der Robbe gelegt, aber dennoch könnten wir nicht sagen „Ich war das nicht!“


Riesige Plastikstrudel im Meer


In den Meeren trieben seit Jahren riesige Plastikstrudel, verursacht durch etwa neun Millionen Tonnen Plastikmüll pro Jahr weltweit. Inzwischen trüge jeder dritte Fisch winzige Mikroplastikteile im Magen, die so klein seien, dass sie von keiner Kläranlage der Welt herausgefiltert werden könnten – und die später dann in unseren Mägen landen würden, so die diplomierte Biologin weiter. Es sei aber dennoch für alle möglich, etwas zu tun, „jetzt, sofort und wirkungsvoll“. Damit gab Heim das Wort ab an die Schülerinnen Lara und Tanja, die im Zuge eines Schulprojekts der Hetlinger Schule in Zusammenarbeit mit der Vertreterin des AZV Südholstein, Ute Hagmayer, viel über die Kläranlage in Hetlingen gelernt haben. Die Neunjährigen referierten mit viel Fachwissen über die Dinge, die auf keinen Fall in Toiletten entsorgt werden dürften.

Spannend war auch der Vortrag der sechs Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums in Wedel, die anhand von Versuchen im Biologieprofil mit Lehrerin Beate Goetz getestet haben, wie ein Verlust der vielen Plastikfasern bei der Wäsche erreicht werden könne. Sie stehen in engem Kontakt mit dem Startup-Unternehmen „Gubbyfriend“, das ihnen zum Testen schon mal das Material eines Wäschesacks geschickt hatte.

Neben der „Mahlzeit“, die aus Elbmüll besteht und ein Projekt von Naturjugend, FSJlern und Bufdis im Elbmarschenhaus ist, sind die Skulpturen der drei Künstlerinnen Ines Kollar mit ihrem „Lifestyle-Paar“, Ute Farr mit dem „Armen Schlucker“ und Adelheid Johnke mit dem Elbmonster „Meck“ sehr beeindruckende Mahnmale für Plastikmüll aller Art. Die Kunstwerke sind in vielen Arbeitsstunden aus Plastikmüll vom Elbstrand und Hausmüll entstanden. Die informative und sehenswerte Ausstellung ist in den kommenden Wochen mittwochs bis sonntags, in der Zeit von 10 bis 16 Uhr, im Elbmarschenhaus zu sehen.

 

>  www.elbmarschenhaus.de


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