Droht Wedel die Strandsperrung?

Kinder spielen bei Ebbe im Watt: Eine typische Szene im Wedeler Strandbad.
Kinder spielen bei Ebbe im Watt: Eine typische Szene im Wedeler Strandbad.

Kreis kritisiert späte Information zu Schadstoffanalyse / Fachdienst Umwelt lässt mögliche Konsequenzen offen

shz.de von
30. Juni 2018, 16:00 Uhr

Wirbel um die ausstehende vertiefende Untersuchung von Sand und Schlick mit am Wedeler Elbstrand: Laut Stadtverwaltung hat der Kreis harsch kritisiert, erst vor wenigen Tagen vom dem bereits im März dieses Jahres durch die Politik beauftragten Analyseverfahren erfahren zu haben.

Nach Mitteilung von Bettina Parszyk, Bauamt Wedel, war die Stadt Mitte der Woche an den Kreis herangetreten, um eine Einschätzung zu erhalten, wie man im Falle eine festgestellten Kontamination verfahren soll. Man habe wissen wollen ob Absperrungen oder ähnliches im Falle eines Befunds drohen, so Parszyk. Eine Antwort habe Wedel nicht erhalten, stattdessen eine „erboste“ Reaktion und mehrfach Anforderungen immer neuer Informationen. Zudem sei das Gesundheitsamt eingeschaltet worden. Wedel warte nun auf eine Mitteilung, ob das gewählte Verfahren ausreichend sei, sagte Parszyk.


Erst am Mittwoch von Untersuchung erfahren

Kreissprecher Oliver Carstens bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass der Kreis Pinneberg von den Untersuchungen erst am Mittwoch offiziell erfahren habe. „Für eine fachliche Beurteilung ist es daher noch zu früh, aber selbstverständlich wird der Fachdienst Umwelt des Kreises die Stadt beraten und unterstützen“, so Carstens. Auf Nachfrage sagte er, dass über notwendige Sperrungen für Strandabschnitte im Kreis aufgrund von Bodenkontaminationen in der Vergangenheit nichts bekannt sei. Der Kreissprecher ließ jedoch auch durchblicken, dass die Problemstoff-Analyse kein alltägliches Verfahren ist.

Angestoßen wurde sie von Wedels Grünen. Wie berichtet hatte die Fraktionen gefordert, durch den massiven Sandabtrag in den vergangene Monaten freigelegten Schlick und Schutt auf elbetypische Schadstoffe wie DDT oder Hexachlorbenzol zu untersuchen. Genau diese Problemstoffe waren bei einer ersten Analyse nicht betrachtet worden. Die Grünen hatten daher auf eine zweite Untersuchung gedrängt und das Verfahren mit der Stadt abgestimmt. „Wenn es keine gesetzlichen Vorgaben gibt, dann würden wir als Grüne keine Umzäunung des Strands veranlassen wollen“, stellte Ratsfrau Petra Kärgel jetzt im Bauausschuss klar. Wohl aber gegebenenfalls Hinweise auf mögliche Gefahren. „Jetzt rollt der Stein und es liegt beim Kreis“, kommentierte Dieter Strüven (Linke) die neue Wendung.

Knapp 10 000 Euro soll die neue Analyse laut Parszyk kosten – vorausgesetzt, der Kreis stimmt dem Verfahren zu. Das Geld soll aus dem 30 000-Euro-Etat Strandbad / Wanderweg kommen. Für Wegsanierungen stünden damit keine Mittel mehr zur Verfügung.

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