DRK plant Haus für Senioren-WGs

Wohnungen, WGs und Räume für DRK-Katastrophenschutz und Jugendrotkreuz sollen in einem Komplex unterkommen.
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Wohnungen, WGs und Räume für DRK-Katastrophenschutz und Jugendrotkreuz sollen in einem Komplex unterkommen.

Pinneberger Strasse Ehemalige Rettungswache soll Neubau mit zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften weichen

shz.de von
10. März 2017, 16:00 Uhr

Überlegungen zur Zukunft der alten DRK-Rettungswache in der Pinneberger Straße gibt es schon lang. Nach dem Auszug der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) werden sie konkreter. Im Planungsausschuss präsentierten Vorsitzender Horst Rauser und Architekt Gernot Guzielski jetzt Konzepte für ein Wohnprojekt, das es so in Wedel noch nicht gegeben hat.

Kernstück sind zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften mit jeweils bis zu zwölf Menschen – ein Modell, das vom Land Schleswig-Holstein favorisiert werde, so Rauser. Eine WG soll sich an sogenannte orientierte Alte wenden, die nicht allein leben möchten. Für jeden sollen 50 Quadratmeter zur Verfügung stehen, 25 als eigener Rückzugsraum mit Nasszelle, die anderen 25 als Teil der gemeinsam genutzten Aufenthaltsräume, Essräume und Küche. In der anderen Wohngemeinschaft finden sind in gleicher Aufteilung demenziell erkrankte Menschen zusammen.

Daneben soll der Komplex Platz für – Stand aktuell – neun Wohnungen bieten. Sie könnten etwa an Angehörige der dementen Bewohner vermietet werden, so Rauser. Ferner plant das DRK, seinen Katastrophenschutz, das Jugendrotkreuz und den Sanitätsdienst in der Pinneberger Straße unterzubringen.


Rund fünf Millionen Euro Investitionssumme


50 Prozent der Gesamtfläche des Neubaus entfallen auf die Wohngemeinschaften, 35 auf Wohnungen, 15 Prozent wären dem DRK vorbehalten. Die Pläne von Architekt Gernot Guzielski sehen für das Projekt ein zweigeschossiges Gebäude plus Staffelgeschoss vor. Problem: Obwohl das Grundstück in einem Mischgebiet mit einer üblichen Grundflächenzahl (GRZ) von 0,6 liege, weise der B-Plan an der Stelle lediglich 0,3 GRZ aus. „Das Gebäude hätte jedoch 0,46, damit wäre eine Ausnahme erforderlich“, so Guzielski.

Um weiterplanen zu können, braucht er die Zustimmung respektive ein Stimmungsbild, das er sich zur nächsten Sitzung erhoffe, erklärte Rauser. Zudem erhoffe sich das DRK eine Verlängerung des Erbbaurechts für das städtische Grundstück auf 99 Jahre. Bislang endet die Frist 2059. Auf Tageblatt-Nachfrage bezifferte Rauser das Investitionsvolumen mit rund fünf Millionen Euro.

Kurz nach dem RKiSH-Auszug 2016 hatte das DRK einen Teil des bestehenden Gebäudes umgebaut und einen Zwei-Jahres-Vertrag mit der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen geschlossen. Neun Plätze wurden so geschaffen. Im Mai 2018 läuft der Vertrag aus. Wie berichtet versucht die Stadt derzeit angesichts des starken Rückgangs der Flüchtlingszahlen eben solche Mietverhältnisse zu kündigen.

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