Kirche : Drei Pfingst-Predigten auf Platt in Haselau

Predigen gemeinsam  in Haselau op Platt: Pastor Helmut Nagel (links, Haseldorf-Hetlingen), Bernd Andresen (Kummerfeld) und ihre Uetersener Amtskollegin Kirsten Ruwoldt.
Foto:
Predigen gemeinsam in Haselau op Platt: Pastor Helmut Nagel (links, Haseldorf-Hetlingen), Bernd Andresen (Kummerfeld) und ihre Uetersener Amtskollegin Kirsten Ruwoldt.

Drei Pastoren laden für Montag, 21. Mai, zu einem niederdeutschen Gottesdienst in die Dreikönigskirche nach Haselau ein.

shz.de von
17. Mai 2018, 17:13 Uhr

Haselau | Drei Pastoren, drei Predigten, drei Liedstrophen und eine EU-Minderheitensprache: Am Pfingstmontag, 21. Mai, wird in der Haselauer Dreikönigskirche Gläubigen etwas ganz Besonderes geboten, und zwar ein Gottesdienst in Plattdeutscher Sprache. Das ist per se nichts unübliches. Dass sich aber gleich drei Pastoren zusammentun, um über ein Lied zu sinnieren, schon. „Das ist inzwischen eine echte Tradition“, berichtet Pastor Helmut Nagel von der Kirchengemeinde Haseldorf-Hetlingen.  

Nagel hat sich mit Bernd Andresen aus Kummerfeld und Kirsten Ruwoldt aus Uetersen zusammengetan. „Wir sind der einzige plattdeutsche Konvent der Nordkirche“, berichtet der Geistliche, der auch als Radio-Pastor bekannt ist. Und fügt verschmitzt lächelnd hinzu: „Der erste und einzige.“ Sonst seien die Platt-Pastoren in Schleswig-Holstein eher Einzelkämpfer.

„Leevste Jesus, wi kaamt all in dien Huus“

Bis zu 200 Besucher kommen zu den Traditionsandachten, so Nagel. Die Veranstaltungsorte wechseln, diesmal ist die Dreikönigskirche in Haselau Treffpunkt. Beginn ist um 10 Uhr. Im Mittelpunkt steht diesmal das Lied „Leevste Jesus, wi kaamt all in dien Huus“. Das Werk stammt vom Kirchenliederdichter Tobias Clausnitzer (1619 bis 1684) und ist in seiner hochdeutschen Fassung unter dem Titel „Liebster Jesu, wir sind hier, dich und dein Wort anzuhören“ im Evangelischen Gesangbuch als Nummer 161 zu finden. Die Melodie stammt von Johann Rudolph Ahle. Die plattdeutsche Version stammt von Wilhelm Mildenstein (1870 bis 1933). Seine stetige Arbeit auf dem Gebiet der plattdeutschen Sprache machte ihn weit über den Kreis seiner Gemeinde hinaus bekannt. Mildenstein führte als erster Geistlicher den Plattdeutschen Gottesdienst ein. Die drei Pastoren werden zu je einer Strophe predigen. Doch bevor das geschieht, wird diese von der Gemeinde gesungen, erläutert Nagel.

Nach dem Gottesdienst sind alle Besucher zu Kaffee und Kuchen eingeladen, um „Pfingsten auf Platt weiter ausklingen zu lassen“, so Pastor Nagel.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen