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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2017 | 15:00 Uhr

Heist : Drei Häuser für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mobilunterkünfte werden Ende der Woche bezogen. Platz für fünf Personen auf 40 Quadratmetern. Mietvertrag läuft sechs Jahre.

shz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 14:00 Uhr

Wedel | Sie sind 40 Quadratmeter groß, werden mit Hilfe eines großen Krans aufs Grundstück gehoben und bieten fünf Menschen Platz: In Heist sind im Heideweg drei Mobilhäuser aufgestellt worden, die Ende dieser Woche von den ersten Flüchtlingen bezogen werden. Auf die Idee, zusätzlichen Raum für Asylsuchende zu schaffen, ist Amtsdirektor Rainer Jürgensen gekommen. In Heidgraben wurden die ersten Häuschen aufgestellt, weitere zehn sollen im Bereich des Amts Moorrege noch folgen.

Das Interesse an dem Angebot des Hamburger Geschäftsmanns Jürgen Pohl ist groß. Beim Aufbau der drei Heistmer Unterbringungen guckten sich zahlreiche Bürgermeister und Behördenvertreter die Mobilhäuser an, wie Torneschs Bürgermeister Roland Krügel (CDU), Amtsdirektor Heinz Brandt und sein Vize Reimer Offermann vom Amt Rantzau, in dessen Beritt derzeit 88 Flüchtlinge untergebracht sind.

Als Geldanlage für seine Kinder hatte Pohl den Campingplatz „Ostseecamp Suhrendorf“ auf der Insel Ummanz gekauft, die durch eine Brücke mit der Insel Rügen verbunden ist. Dort standen auch die drei Ferienhäuser zur Vermietung an Urlauber. Über einen Freund lernte er Jürgensen kennen – und die Idee der neuen Nutzung war geboren.

Das Amt Moorrege stellt das Gemeindegrundstück zur Verfügung und übernimmt die Kosten für die Infrastruktur, wie Wasser, Abwasser und Stromversorgung. Den Transport übernehmen Pohl und sein Team. Im Haus ist alles, was zur Ausstattung gehört: Neben Betten und Tisch, sind auch Bettwäsche, Kissen und Decken sowie eine komplette Küchenausstattung mit Waschmaschine vorhanden – wie auf einem Campingplatz.

Der Mietvertrag mit dem Amt läuft über sechs Jahre. Pro Person werden monatlich 380 Euro fällig, macht 1900 Euro im Monat. Nach Ablauf der Zeit können die Häuser, so Pohl, für einen symbolischen Betrag übernommen werden, beispielsweise von Sportvereinen oder Jugendclubs.

Mit Skepsis reagierten bei der Besichtigung Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann (CDU), der auch Vorsteher des Amts Haseldorf ist, sowie seine Kollegen Monika Riekhof (CDU) aus Hetlingen und Uwe Schölermann (CDU) aus Haseldorf. „Für mich ist das zu teuer“, sagte Riekhof. Sie habe bisher nur Familien unterzubringen – und da würde Hetlingen nicht kostenneutral arbeiten können. Jürgensen konterte, dass aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster fast nur noch Einzelpersonen kämen. Er wolle nicht weiter Wohnungen dem freien Markt entziehen, berichtete von Schreiben, in denen sich Bürger darüber beklagten, keinen günstigen Wohnraum mehr finden zu können, weil das Amt alles wegmiete.

Das Amt Moorrege hat derzeit 320 Flüchtlinge zu beherbergen. Der Kreis überweist für Einzelpersonen eine Miete von maximal 350 Euro, für Paare 400 Euro, eine Familie mit einem Kind 570 Euro, mit zwei Kindern 609 Euro und bei drei Kindern 743 Euro, sowie für jedes weitere Kind 90 Euro. Die Mobilhäuser werden mit Strom geheizt – diese Kosten werden die Kommunen übernehmen müssen.

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