Haseldorf : Dreh an der Karriereschraube

Bernd-Ulrich Netz ist ein anerkannter Naturschutzfachmann und hat sich mit seiner Arbeit als Chef des  Elbmarschenhauses einen Namen gemacht.
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Bernd-Ulrich Netz ist ein anerkannter Naturschutzfachmann und hat sich mit seiner Arbeit als Chef des Elbmarschenhauses einen Namen gemacht.

Nach sieben Jahren verlässt Bernd-Ulrich Netz das Elbmarschenhaus. Die Nachfolge wird intern im Landesamt ausgeschrieben.

shz.de von
29. November 2013, 16:00 Uhr

Bernd-Ulrich Netz (48) dreht an der Karriereschraube. Der Chef des Elbmarschenhauses hat am heutigen Freitag seinen letzten Arbeitstag in Haseldorf. Sieben Jahre lang hat er die Einrichtung in der Hauptstraße 26 umsichtig geleitet, sie mit viel Energie zu einem touristischen Treffpunkt mit Schwerpunkt Natur- und Umweltschutz sowie Kultur entwickelt.

Der neue Arbeitsplatz könnte gegensätzlicher nicht sein: Statt in dem alten Backsteingebäude in der Marsch wird Netz als Leiter der Naturschutzabteilung der Hansestadt Hamburg in einem hochmodernen Gebäude residieren. Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) wurde der bunte 192 Millionen Euro teure Komplex im März 2013 fertig gestellt. Besucher der Internationalen Gartenschau (IGS) kennen den geschwungenen Bau, denn er steht am ehemaligen Eingang des Ausstellungsgeländes in Hamburg-Wilhelmsburg.

Netzt hat sehr gern für die Menschen und die Natur in der Marsch-Region gearbeitet. Aber als er nach siebenjähriger Tätigkeit aufgefordert wurde, sich um die neue Position zu bewerben, griff er zu. „Ja, es ist ein Aufstieg,“ sagt Netz. Dafür nimmt er auch gern eine doppelt so lange Anreise zur Arbeit in kauf. 40 Mitarbeiter hat er künftig.

Sorgen um den Bestand der Elbmarschenhauses müssen sich die Marsch- und Geest-Bewohner nicht machen, versichert Netz. „Das Elbmarschenhaus hat eine Zukunftn – auf jeden Fall“, betont er. Die Einrichtung, die mit ihrer Dauerausstellung und den wechselnden Kunst-und Naturschutz-Präsentationen jährlich bis zu 12 000 Besucher anlockt, stehe auf solidem Fundament. Die Einrichtung sei gut für die Zukunft gerüstet, finanziell und personell stabil aufgestellt. Wie berichtet hatten die Öffnungszeiten verringert werden müssen, weil keine Ein-Euro-Kräfte mehr eingesetzt werden durften.

Wer sein Nachfolger werden soll, stehe noch nicht fest, sagte Netz. Es werde eine interne Ausschreibung innerhalb des in Flintbek angesiedelten Landesamtes für Umwelt und ländliche Räume geben. „Der Kreis der potenziellen Kandidaten ist überschaubar, es wird eine gute Lösung geben“, betont er.

Die Arbeit habe immer Freude gemacht, sagte Netz. „Ganz viele Leute haben mich sehr aktiv und engagiert unterstützt.“ Seine Lieblingsprojekte seien die Freistellung der Dünen in den Holmer Sandbergen gewesen, das Schachblumenfest in Hetlingen und die Erlebnisangebote für Schüler, an denen etwa 90 Klassen jährlich teilnehmen. In die Marsch wird Netz auf jeden Fall zurückkehren – als Privatmann. Denn seinen geliebten Dithmarscher Paradiesapfel will er auch weiterhin im Sommer frisch vom Baum pflücken im Obstgarten am Haseldorfer Hafen, für dessen Öffnung er zur Freude der Besucher gesorgt hat.

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