Interaktive Karte : DLRG-Wedel warnt: „Die Elbe ist kein Spielplatz“

Große Pötte ziehen das Wasser zurück. Doch das kommt um so kräftiger wieder. „Zurückflutende Wellen haben eine gefährliche Unterströmung“, erklärt Jochen Möller.
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Große Pötte ziehen das Wasser zurück. Doch das kommt um so kräftiger wieder. „Zurückflutende Wellen haben eine gefährliche Unterströmung“, erklärt Jochen Möller.

Baden in der Elbe ist nicht erlaubt, wird aber geduldet. Besonders bei Niedrigwasser und wenn Schiffe vorbeifahren wird’s gefährlich.

shz.de von
31. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Baden in der Elbe – darf man das? Das Wedeler Strandbad – dort gelegen, wo sich die Elbe zwischen Hafenmole und Tonnenhafen ausbuchtet – sei keine offizielle Badestelle, weiß Fachmann Jochen Möller. „Es gibt von der Stadt keine Freigabe“, präzisiert der Chef der DLRG-Wedel. Dennoch ist an heißen Tagen im Sommer das Wasser voller Badender – und die DLRG-Rettungsstation neben dem Beach-Club von Freitag bis Sonntag mit acht bis zehn Rettungsschwimmern besetzt.

Das Baden in der Elbe wird also geduldet. Doch es ist gefährlich. Über diese Gefahren sollte sich jeder im Klaren sein, mahnt Möller. Wegen zweier Faktoren sei das Risiko in der Elbe zu schwimmen und zu baden besonders hoch: Zum einen wegen Ebbe und Flut, zum anderen wegen des Schiffsverkehrs.

„Die Elbe ist eine Bundesschifffahrtsstraße“, betont der DLRG-Chef. Fährt so ein großer Pott vorbei, verursacht er einen starken Sog. Das Wasser zieht sich zurück. Doch es kommt wieder – um so kräftiger. Die auflaufenden Wellen laden viele Badende zum Spielen ein. Sie sind allerdings tückisch. „Die Elbe ist kein Spielplatz“, sagt Möller. Nicht nur, dass die rückkehrenden Wellen weiter den Strand hoch reichen und schon so manches Handtuch mitnahmen. „Zurückflutende Wellen haben eine gefährliche Unterströmung“, erläutert er. Nichtschwimmer und ältere Menschen seien besonders gefährdet. „Kinder unter keinen Umständen aus den Augen lassen“, rät der DLRG-Chef. Und fügt an: „Am besten bei ihnen sein.“

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Die Gezeiten machen sich besonders bei Niedrigwasser bemerkbar. Bei ablaufendem Wasser könne das Schwimmen in der Elbe lebensgefährlich werden, erklärt Möller. In Höhe des Hafenkopfes befinde sich bereits die Fahrrinne. Dort fällt das Flussbett steil ab, die Strömung ist gewaltig und bei Ebbe noch einmal verstärkt. Bloß nicht weit rausschwimmen, mahnt der DLRG-Chef. Und rät: „Die Füße in Zeiten von Hochwasser abkühlen.“

Auch in diesem Sommer habe es im Strandbad bereits kritische Situationen gegeben, erklärt der DLRG-Chef. „Zum Glück ist aber nichts Schlimmes passiert.“ Probleme bereite den Rettungsschwimmern zudem, dass die Zahl der Schwimmfähigen rückläufig sei. 50 Prozent der Kinder seien heutzutage Nichtschwimmer oder schlechte Schwimmer.

Die Zahl Ertrunkener habe in den letzten Jahren zugenommen, so Möller. Im vergangenen Jahr sei sie im Verhältnis jedoch gleich geblieben. Elf Menschen starben in in Nord- und Ostsee, acht in Seen und drei in Flüssen Schleswig-Holsteins. 15 davon allein im Juli.

Die DLRG-Wasserrettungsstation im Wedeler Strandbad, Strandbaddamm, neben dem Beach-Club ist vom 1. Mai bis Ende September jeweils von Freitagabend 20 Uhr bis Sonntagabend 18 Uhr besetzt. Jeweils acht bis zehn Rettungsschwimmer sind dann auch über Nacht anwesend. Zudem liegen zwei Boote einsatzbereit. „Die DLRG fährt übrigens ganzjährig zur Wasserrettung raus“, betont der Wedeler Ortschef Jochen Möller. Sie ist über die Feuerwehrnummer 112 zu erreichen.
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