Prozess um Grossbrand in Wedeler Maxx Music Hall : Diskotheken-Betreiber soll Mitangeklagten Geld für Brandstiftung versprochen haben

Mehr als 180 Feuerwehrkräfte aus Wedel, Pinneberg, Tornesch, Holm sowie aus Hamburg waren im Einsatz.
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Mehr als 180 Feuerwehrkräfte aus Wedel, Pinneberg, Tornesch, Holm sowie aus Hamburg waren im Einsatz.

Der ehemalige Besitzer der Maxx Music Hall soll zwei Mitangeklagte angestiftet haben, in dem Vergnügungszentrum Feuer zu legen.

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16. April 2018, 11:34 Uhr

Wedel | Mit der Verlesung der Anklage hat am Montag vor dem Landgericht Itzehoe der Prozess um eine Brandstiftung in dem Gebäude der ehemaligen Maxx Music Hall in Wedel begonnen. Auf der Anklagebank sitzt der ehemalige Diskotheken-Betreiber. Der 37-Jährige soll seinen beiden Mitangeklagten 20.000 beziehungsweise 40.000 Euro versprochen haben, wenn sie in dem Gebäude Feuer legen. Das Geld wollte er den 38 und 36 Jahre alten Männern laut Anklage später aus der Versicherungssumme zahlen. Die Beweisaufnahme soll am zweiten Verhandlungstag beginnen.

Die Großraumdisco war über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und bis zur ihrer Schließung im Jahr 2013 ein beliebter Treffpunkt. Danach wechselten die Besitzer mehrfach. Zuletzt wurde diese Einrichtung als Event-Club geführt.

Der 38-Jährige hatte vor den Ermittlern die Vorwürfe gestanden. Danach drang er in der Nacht zum 25. Mai 2017 gemeinsam mit dem 36-Jährigen durch einen Seiteneingang in das Gebäude ein. Mit Hilfe eines Benzin getränkten Geschirrhandtuchs hätten sie das Feuer gelegt. Die Flammen zerstörten aber nicht nur die Diskothek, sondern das ganze Gebäude, in dem sich ein Restaurant, eine Spielhalle, eine Autovermietung und eine Werkstatt befanden.

Laut Staatsanwaltschaft entstand ein Schaden von knapp 2,58 Millionen Euro. Der mutmaßliche Komplize des 38-Jährigen und der Diskotheken-Betreiber schwiegen bislang zu den Vorwürfen.  Zwei Feuerwehrleute wurden bei den stundenlangen Löscharbeiten in dem Gewerbegebiet verletzt. Sie kamen mit einer leichten Rauschvergiftung in ein Krankenhaus. Zwei Köche, die sich zum Schutz vor dem Feuer mehrere Stunden lang in einem Toilettenraum verschanzt hatten, überlebten den Großbrand unverletzt.

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