Ehemalige Diskothek Maxx : Disko-Brand in Wedel: Jetzt wird die Ruine an der B431 abgerissen

Skurriles Bild: Ein intakter Feuerlöscher steht auf der Rückseite des Gebäudekomplexes in der Rissener Straße, der im Mai 2017 ausgebrannt ist.
Skurriles Bild: Ein intakter Feuerlöscher steht auf der Rückseite des Gebäudekomplexes in der Rissener Straße, der im Mai 2017 ausgebrannt ist.

Der Eigentümer will mit der Wedeler Stadtverwaltung über Ideen für einen Neubau an der Rissener Straße diskutieren.

shz.de von
20. Juli 2018, 12:00 Uhr

Wedel | Böse Zungen nennen sie den „Schandfleck Wedels“ oder die „größte Sehenswürdigkeit der Rolandstadt“: die Brandruine an der Rissener Straße. Mehr als ein Jahr ist es her, dass der Gebäudekomplex mit einer Großraumdiskothek, einer Spielhalle, einer Autovermietung, einem Restaurant und einer Kfz-Aufbereitung in Flammen aufging. Bis heute steht die Ruine, die im Rahmen des Prozesses vor dem Landgericht Itzehoe, der mit drei Freisprüchen endete, im Mai und Juni erneut für die Suche nach Brandspuren beschlagnahmt worden war. Doch nachdem das Gebäude freigegeben wurde, beginnen nun die Abrissarbeiten. Ein Unternehmen hat bereits seine Plakate aufgehängt, noch fehlen aber die großen Maschinen.

Strahler und Kühlschränke, vermutlich Überbleibsel der Diskothek, liegen hinter dem Gebäude, das teilweise bereits entkernt wurde.
Bastian Fröhlig
Strahler und Kühlschränke, vermutlich Überbleibsel der Diskothek, liegen hinter dem Gebäude, das teilweise bereits entkernt wurde.
 

„Das Gebäude wird abgerissen. Ich habe in der vergangenen Woche mit dem Besitzer zusammengesessen und mit ihm über das Gebäude gesprochen“, sagte André Ewert, Geschäftsführer der Immobilienfirma Ewert  und Partner in Hamburg-Bahrenfeld. Der Zeitplan für die Abbrucharbeiten stehe noch nicht komplett fest. Der Hausverwalter geht aber davon aus, dass diese in den kommenden acht Wochen abgeschlossen werden. Wie es dann weitergeht und was gebaut wird, sei bisher völlig offen.

„Es gibt noch keinen konkreten Plan“ sagte Ewert und ergänzte: „Der Besitzer will sich heute mit seinem Architekten zusammensetzen und erste Ideen entwickeln.“ Laut Bebauungsplan könne an dem Standort Gewerbe angesiedelt werden. Einzelhandel sei ausgeschlossen. Klar ist für den Besitzer laut Ewert: „Es wird dort keine Diskothek oder Spielhalle mehr geben, wenn neu gebaut wird.“ Was an der Grenze zu Hamburg entstehen soll, sei aber noch offen.

Die Brandruine des Gebäudekomplexes – bald rücken die Abrissbagger an.
Mustafa Qayumi

Die Brandruine des Gebäudekomplexes – bald rücken die Abrissbagger an.

 

„Wenn man aus Richtung Hamburg kommt, ist es das erste Objekt, das man sieht, quasi das Entree der Stadt. Daher ist uns bewusst, dass es für Wedel eine besondere Bedeutung hat“, sagte Ewert. Er und der Eigentümer wollen daher nach den Sommerferien auf die Stadtverwaltung zugehen und über Ideen sprechen. „Was laut Bebauungsplan möglich ist und was wir machen können, ist klar abgesteckt, aber wir wollen mit der Stadt über die Wünsche sprechen, was man sich dort vielleicht als Gewerbe vorstellen kann“, erläuterte Ewert. Eine Einschränkung gab es allerdings von seiner Seite: „Es muss natürlich auch rentabel sein, aber wir sind für strukturelle Ideen offen.“ Daher werde man vorerst keine Bauanträge stellen, sondern die Gespräche abwarten. „Wir würden uns freuen, wenn wir da eine für beide Seiten interessante und gute Lösung finden“, sagte Ewert.

Bei der Stadtverwaltung zeigt man sich gesprächsbereit. „Wir freuen uns natürlich über das Gesprächsangebot und werden es gern annehmen“, sagte Sven Kamin, Pressesprecher der Stadt Wedel. „Es ist eine tolle Chance, zusammen mit dem Eigentümer Konzepte für die Stadtzufahrt auszuloten. Es ist schön, dass man dabei an uns denkt.“ Doch zunächst muss „Wedels Schandfleck“ verschwinden.

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