Ärger mit holzigem Beigeschmack : Diebstahl: Holzscheite nach Baumfällarbeiten im Eichkamp entwendet

Momentan laufen weitere Fällarbeiten: Entlang der Rissener Straße werden aktuell 42 Bäume gefällt, um den Ausbau der B 431 zu ermöglichen.
Momentan laufen weitere Fällarbeiten: Entlang der Rissener Straße werden aktuell 42 Bäume gefällt, um den Ausbau der B 431 zu ermöglichen.

Es ist ein wirtschaftlicher Schaden von 1200 Euro entstanden.

shz.de von
25. Januar 2017, 14:00 Uhr

Wedel | „Auf diesem Wege wird unsere Kalkulation kaputt gemacht“, beschwert sich der Wedeler Unternehmer Kurt-Peter Rieck. Der Grund für seine Verägerung: Holz. Genauer die Reste, die am Straßenrand liegen bleiben, wenn sein Unternehmen für die Stadt Wedel Fällarbeiten übernimmt. Jüngst geschehen im Eichkamp. Dort hat der Garten und Landschaftsbauer den Auftrag übernommen, 19 Bäume zu fällen. „Am Ende wurden 40 Prozent des gesamten Holzes entwendet, das wir dort liegen hatten“, berichtete der Garten- und Landschaftsbauer.

„Früher musste man für das Entsorgen von Holz noch Geld bezahlen. Dann ging es kostenlos. Jetzt wird damit Geld verdient – das sind Handelsgüter“, erläuterte er seinen Ärger.

Laut Ausschreibung und Vertrag gingen die Hölzer in den Besitz der ausführunden Unternehmung über, erklärt Rieck. „Damit rechnen wir natürlich. Wenn uns die Wedeler jetzt die Baumstämme von der Straße geklaut werden, haben wir Verluste. Das muss man dann anders ausgleichen“, ergänzte der Wedeler Unternehmer. Künftig wolle Rieck in einem solchen Fall Anzeige erstatten. „Das ist für mich der Tatbestand des Diebstahls“, betonte er. Auch die Situation am Eichkamp werde zur strafrechtlichen Verfolgung aufgeben.

Kein Eigentum der Allgemeinheit

„Immerhin wurde uns Holz im Wert von 1200 Euro gestohlen. Hinzu kommen noch die Kosten für den Schredder, den Lkw und das Personal“, sagte der Unternehmer mit einem Verweis auf seine wirtschaftlichen Verluste. Rieck sei bewusst, dass es sehr unwahrscheinlich sei, dass die Langfinger das Gehölz wieder zurückbringen würden. „Aber es geht mir um die Sache“, betonte er. „Vielleicht denken die Bürger, dass die Bäume ja Allgemeineigentum sind, da sie von der Stadt kommen. Aber dem ist nicht so. Das Eigentum geht an das Gewerbe über“, so der Unternehmer.

Die Verwaltung betonte indes, dass sie nichts machen könne: „Mit der Ausschreibung der Arbeiten und der Vertragsabwicklung geht das Eigentum an allen Resten des Baumfällens an die Unternehmung über. Da haben wir keinen Einfluss drauf“, erläuterte Martina Weisser vom Stadt- und Verwaltungsmarketing. „Die Stadt hat keine Möglichkeit, die Reste nach den Arbeiten zeitnah zu entsorgen – dafür sind es schlicht zu viele Maßnahmen, die wir bei diesem Thema ergreifen“, betonte sie.

Für Rieck seien die Vorkommnisse im Eichkamp kein Novum: „Wir haben das schon öfter erlebt, dass sich Leute an den Scheiten bedienen“, bilanzierte er. Allerdings sei die Intensität am Eichkamp etwas neues. „In der Masse haben wir das noch nicht gehabt. Deshalb wollen wir ja die nächsten Schritte – also die Strafanzeigen – einleiten“, so der Wedeler Unternehmer.

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