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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:41 Uhr

Holm : Die zauberhafte Welt der Marionetten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Drei Tage lang gastiert die Puppenspieler-Dynastie Lauenburger in Holm. Im Museumswagen sind 200 Jahre alte Puppen zu bewundern.

shz.de von
erstellt am 21.Okt.2014 | 15:00 Uhr

Holm | Vorhang auf für Kasper und Co. heißt es ab Donnerstag für drei Tage in Holm. Nach sechs Jahren Abstinenz gastiert das Puppentheater Lauenburger wieder auf dem Dorfplatz an der Schulstraße. Neben dem Stück „Das neue Abenteuer mit dem Räuber Hotzenplotz“ gibt es eine echte Rarität zu sehen: 200 Jahre alte Marionetten.

Das Marionetten- und Handpuppen-Museum ist in einem eigenen Wagen untergebracht und nach den Vorstellungen zu bestaunen. „Wir sind Norddeutschlands älteste Puppenbühne“, betont Theaterchef Hubertus Lauenburger (66) stolz. 1829 gründete sein Ur-Ur-Großvater Julius Lauenburger in Schlesien das Unternehmen. Mit Pferd und Wagen ging es von Dorf zu Dorf und in die Städte. „Es wurde in Gaststätten gespielt“, berichtet Lauenburger. Die Vorstellungen begannen um 20 Uhr – dann erst habe die Bevölkerung nach der harten Feldarbeit auf dem Lande Zeit für Vergnügen gehabt.

Während seit 20 Jahren mit Handpuppen gespielt wird, standen damals Marionetten auf der Bühne. Auch Lauenburger hat gemeinsam mit seiner heute 88 Jahre alten Mutter Ilse noch die Fäden gezogen. Das wurde erst aufgegeben, als die Seniorin gesundheitliche Probleme bekam. Die schwerste Marionette mit 15 Pfund ist der Ritter. „Wenn man das Stück beendet hatte, wusste man, was man getan hatte“, so Lauenstein

Klassiker mussten Kinderstücken weichen

Auch das Repertoire hat sich im Laufe der Jahrhunderte geändert. Während der Ur-Urgroßvater noch Deutsche Klassiker wie Goethes Faust oder Schillers Räuber zur Aufführung brachten, gibt es seit Jahrzehnten nur noch Kinderstücke. Schuld sei das Fernsehen. „Wir haben es nochmal mit den Klassikern versucht“, erinnert sich Lauenstein. Aber schon sein Vater warf sie aus dem Programm. „Mit Handpuppen können wir das sowieso nicht aufführen“, erklärt er.

Zudem sind die Handpuppen schneller reisefertig. Die Marionetten mussten nach jedem Gastspiel vorsichtig entkleidet werden, bevor sie in den Transportkisten verschwanden. Vor dem Auftritt wurden die handgenähten Kostüme wieder aufgebügelt.

Und noch einen Unterschied gibt es: Der Spaßmacher heißt in der Marionettenwelt Hanswurst, in der Hand-Version ist es der Kasper. Eins ist gleich geblieben. Lauenstein: „Wenn der nicht mitspielt, ist das nix.“

Das Puppentheater gastiert von Donnerstag, 23. Oktober, bis Sonnabend, 25. Oktober, in Holm. Die einstündigen Vorstellungen im Zelt auf dem Dorfplatz (Schulstraße) beginnen Donnerstag und Freitag um 16 Uhr, sowie Sonnabend um 15 Uhr. Einlass ist 30 Minuten vor dem Beginn. Der Eintritt kostet für Kinder sechs Euro, Erwachsene zahlen sieben Euro. In den Kitas sind Ermäßigungsbons erhältlich. Wer den vorlegen kann, zahlt fünf Euro. Logenplätze kosten für Kinder neun Euro, Erwachsene bezahlen zehn Euro. Vom 30. Oktober bis 9. November gastieren sie auf dem Festplatz Holmbrook in Othmarschen.
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