Spenden für Bedürftige : Die Wedeler Tafel hat viel zu vergeben

Bedanken sich auch für die Zeit, die die  Ehrenamtlichen unentgeltlich aufbringen: Karin Kost (rechts), Vorsitzende, und Andrea Kohne, Stellvertreterin.
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Bedanken sich auch für die Zeit, die die  Ehrenamtlichen unentgeltlich aufbringen: Karin Kost (rechts), Vorsitzende, und Andrea Kohne, Stellvertreterin.

Die Bilanz des vergangenen Jahres fällt sehr gut aus: Knapp 100 Mitarbeiter investierten 12.278 Stunden Arbeit.

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18. Januar 2018, 12:30 Uhr

Wedel | Die Wedeler Tafel hat 2017 ihr zehnjähriges Bestehen gefeiert. Mit der Bilanz des vergangenen Jahres sind die Vorsitzende Karin Kost und Vize Andrea Kohne sehr zufrieden, wie sie in einem Gespräch mit unserer Zeitung versichern. Von vielen anderen Tafeln höre man, dass sie unter Lebensmittelknappheit litten: „In Wedel hat die Tafel nicht zu wenig Ware“, stellt Kost klar. Den beiden Frauen ist es wichtig, das deutlich zu machen – und sie sind froh darüber.

„17007 Personen haben wir letztes Jahr mit Lebensmitteln versorgt“, zählt die Vorsitzende auf. Jeder Kunde, der Anspruch hat, bekommt eine Tüte. Die Tüte ist die Einheit, in der  die Ausgabe  der Ware intern berechnet wird.  Eigentlich sind es eher drei Tüten, erläutert Kost und lacht. Streng genommen wurden also gut 50000 Tüten von den Ehrenamtlichen ausgegeben. Fest steht auf alle Fälle, dass die Rechner auflisteten, dass 72 Tonnen verteilt wurden. „Und die Computerabstürze sind da noch nicht mal mit drin“, so Kost. Die Tafel unterstützt somit zirka 500 Haushalte in Wedel.

„Das bewerkstelligen wir mit knapp 100 Mitarbeitern“, so Kohne. Zusammen haben die  Ehrenamtlichen 12.278 Stunden gearbeitet, haben die Vorsitzenden errechnet. Bei 8,50 Euro Stundenlohn wäre das ein Verdienst von 104.363 Euro. Geld, das die Aktiven quasi spendeten. Noch wertvoller ist für die beiden Frauen aber die Zeit, die die Mitarbeiter investieren. „Die ist immens“, sagen sie anerkennend und dankbar.

„Unsere vorderste Aufgabe ist es nicht, Menschen zu ernähren“, stellen die beiden Tafel-Chefinnen fest. Das sei Auftrag für die Politik. „Wir sammeln ein, was im Überfluss da ist, und geben es an Bedürftige weiter.“ Neben Lebensmitteln befinden sich auch Drogerieartikel in den Wedeler Tüten.  Und auch Bäckereien spendeten regelmäßig. Unregelmäßig bekommt die Tafel beispielsweise Ware von Biolebensmitteltestern, Werbemittel von Restaurants oder auch Konserven aus Haushaltsauflösungen. „Alles, was zur Vernichtung freigegeben wird, holen wir ab“, fasst Kost kurz und bündig zusammen. Außer Alkohol, schränkt sie ein.

Nach dem Flüchtlingszustrom, der für einen Anstieg der Kunden sorgte, haben sich die Zahlen mittlerweile wieder normalisiert. Elf Gruppen versorgen zurzeit jeweils 50 Haushalte. Einige kommen einmal im Monat in den Kronskamp, der größte Teil der Kunden allerdings jede Woche. „Man muss nicht alles nehmen“, betonen die Vorsitzenden. Einige Bedürftige würden mit der Ware lediglich einen Teil ihrer Lebensmittelausgaben einsparen. Die Entsorgung der Lebensmittel kostet die Tafel übrigens auch Geld. 2500 bis 3000 Euro geben die Helfer pro Monat für die fachgerechte Beseitigung aus, so Kost und Kohne.

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