Die vielen Aspekte der Ernährung

Für das Programm der Umweltwoche konnte Michael Koehn (rechts), Vorsitzender des Klimaschutzfonds Wedel, unter anderem Mitstreiterin Britta Emmel, Gebrüder-Humboldt-Schule, sowie Referent Michael Dreyhaupt gewinnen.
Für das Programm der Umweltwoche konnte Michael Koehn (rechts), Vorsitzender des Klimaschutzfonds Wedel, unter anderem Mitstreiterin Britta Emmel, Gebrüder-Humboldt-Schule, sowie Referent Michael Dreyhaupt gewinnen.

20. bis 27. Oktober: Zweite Umweltwoche des Klimaschutzfonds Wedel widmet sich Fragen rund um die Lebensmittelherstellung

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06. Oktober 2018, 16:00 Uhr

„Ernährung hat großen Einfluss aufs Klima“, weiß Michael Koehn, Vorsitzender des Klimaschutzfonds Wedel. Mit ihrer zweiten Umweltwoche, die Aktionen von Sonnabend bis Sonnabend, 20. bis 27. Oktober, anbietet, wollen die Aktiven deswegen einen Blick hinter die Kulissen der Lebensmittelindustrie werfen. Herstellung und Transport von Nahrungsmitteln werden dabei ebenso thematisiert wie Wegwerfmentalität und Müllvermeidung. Wie kann der individuelle CO2-Fußabdruck verkleinert werden? Auch dafür hält die Umweltwoche Tipps bereit.

„Es muss allen Menschen klar sein, dass praktisch jedes Verhalten klimarelevante Folgen auslöst“, schreibt Stadtpräsident Michael Schernikau (CDU), der die Schirmherrschaft für die Woche übernommen hat, in seinem Grußwort. Drei Vorträge gehen dieser Kausalität ganz unterschiedlich nach. Den Beginn macht Dieter Weiland von Greenpeace. Am Dienstag, 23. Oktober, widmet er sich in der Stadtbücherei dem Thema „Gemeinwohl Ökonomie“. Dabei gehe es darum, dass jeder überall irgendetwas ernten kann, erläutert Koehn. Auf Streuobstwiesen stehen Früchte für den Eigenbedarf zur Verfügung, und am Wegesrand auf öffentlichem Grund finden sich Obstbäume zum Selbstpflücken. Wedel hat gerade eine Obstbaumkarte auf seine Website gestellt, die das Stadtgebiet unter die Lupe nimmt. Aber auch für ganz Deutschland und darüber hinaus lassen sich interaktive Karten finden. Zudem sorgten mittlerweile öffentliche Hochbeete für den Kräuternachschub für jedermann, erklärt Koehn.


Qualität und Verschwendung

Der Vortrag „Qualität, Mindesthaltbarkeit und Verschwendung“ von Karin Kost, Vorsitzende der Wedeler Tafel, befasst sich einen Tag später mit den Schattenseiten des Lebensmittelüberflusses. „In Deutschland schmeißen wir 30 bis 50 Prozent der Lebensmittel weg“, weiß Veranstalter Koehn. Das beginne schon, bevor die Nahrungsmittel in den Handel kommen. Selbst für die Industrie müsse alles makellos sein. Dabei schmeckten braune Bananen und krumme Gurken hervorragend. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum zeige auch noch nicht den Verfall an, so Koehn. Für Kaffee, Salz oder Wasser sei es sinnlos. Joghurt könne man sensorisch und geschmacklich prüfen.

„Ich möchte einen Impuls geben, das eigene Handeln zu überdenken und zu verändern“, begründet Michael Dreyhaupt seine Intention für den Vortrag „Gut Essen mit weniger Müll“, den der Rissener Diplom-Ingenieur für Fahrzeugtechnik am Freitag, 26. Oktober, hält. Eher durch Zufall sei er auf den Zusammenhang zwischen seinen Knieschmerzen und Ernährung gestoßen. 30 Jahre plagte ihn „eine Art Arthritis“. Mit dem Verzicht auf Zucker und der Hinwendung von verarbeiteten zu natürlichen Lebensmitteln kam die Wende. Und mit der Umstellung auf bewusste Ernährung nicht nur die Herausbildung größerer Geschmackserlebnisse, sondern auch die Reduzierung von Plastikmüll. In einem Rundumschlag versuche er vieles anzureißen, das durchaus noch vertieft werden könne. Der Film „10 Milliarden“, der im Anschluss an den Vortrag gezeigt wird, beschäftigt sich damit, mit welchen Innovationen 10 Milliarden Menschen ernährt werden können.


Elektronische Schnitzeljagd

Für Kinder und Jugendliche bietet die Umweltwoche eine Smartphone-Rallye an. Vom 22. bis 27. Oktober können sich Mädchen und Jungen an der Info der Stadtbücherei ein interaktives Quiz zum Thema Ernährung herunterladen, das sie wie eine Schnitzeljagd quer durch die Stadt schickt. Bei Bedarf stellt die Einrichtung auch iPads zur Verfügung. In der Altstadtschule und der Albert-Schweitzer-Schule wird mit den Grundschülern nach Omas Rezepten regional und saisonal gekocht, und die Gebrüder-Humboldt-Schule richtet gleich einen ganzen Aktionstag aus. Vorträge und ein Markt der Möglichkeiten mit Milch und Gemüse vom Erzeuger sowie zwei Theaterstücke, Mitmachaktionen und Präsentationen arbeiten dort das Thema Ernährung auf. Wer weitere Infos, das Gespräch oder Tipps für Resteverwertungen sucht, sollte in der Umweltwoche die Wedeler Wochenmärkte besuchen. Dort stehen Klimaschutzfonds und Unterstützer Rede und Antwort.
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