Wedel : Die VHS auf dem Prüfstand

CDU, WSI, FDP und Grüne fordern Konzentration auf Kernkompetenzen. Angebot soll verschlankt werden.

shz.de von
19. Mai 2015, 12:00 Uhr

Wedel | Was sind die Kernkompetenzen der Wedeler Volkshochschule (VHS)? Diese Frage wollen Politiker von CDU, WSI, Grünen und FDP von Stadtverwaltung und der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGST) überprüfen lassen. Die Fraktionen erhoffen sich davon eine Verschlankung des Programms. So sollen Kosten gespart werden. Zudem könnten Räume im VHS-Gebäude an der ABC-Straße frei werden, die dann von anderen, kommunal geförderten Bildungseinrichtungen genutzt werden könnten.

„Käse- und Weinverkostungen, Golfkurse oder bestimmte Sportangebote müssen nicht unbedingt Sache der VHS sein“, sagt Martin Schumacher (FDP) im Gespräch mit dieser Zeitung. Er ist Mitglied einer interfraktionellen Arbeitsgruppe, die über die Zukunft von VHS und Musikschule berät. Mitglieder der Verwaltung und der beiden Einrichtungen sind ebenfalls an Bord. Schumacher: „Verwaltung und Gutachter sollen das Angebot der Wedeler VHS auch mit anderen Volkshochschulen vergleichen.“ Werden dadurch Kapazitäten in der ABC-Straße frei, könnte dort ein Bildungs- und Begegnungszentrum entstehen, das auch andere Einrichtungen einbezieht. Gut für Wedels leere Kassen: Unter Umständen könnten andere, von der Stadt angemietete, Räumlichkeiten aufgegeben werden.

Ursprünglich hatte die Wedeler CDU zur Diskussion gestellt, den Standort in der ABC-Straße aufzugeben. In diesem Fall hätten VHS und Musikschule ihre Angebote dezentral in der Stadt verteilen müssen. Anfang Mai hatte SPD-Ratsherr Lothar Barop im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport sowie im Gespräch mit dieser Zeitung die Entscheidung der Arbeitsgruppe verkündet, das Gebäude nicht zu verkaufen. Dieser Vorstoß sorgte bei CDU, WSI, Grünen und FDP für Unmut. „Barop soll nicht mit Teilinformationen an die Öffentlichkeit gehen“, so Schumacher. Der Sozialdemokrat habe nicht erwähnt, dass gerade seine Fraktion noch keine Zustimmung zum Gesamtkonzept der Arbeitsgruppe gegeben habe. Barop versteht die Aufregung nicht. Es sei mit der Arbeitsgruppe abgestimmt gewesen, dass er über die Entscheidung gegen einen Verkauf informiere. „Bei den anderen Punkten haben wir noch Beratungsbedarf in der Fraktion“, so der Ratsherr.

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