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Flüchtlinge in Wedel : Die Unterkünfte sind fast voll

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedel muss jetzt Wohnungen anmieten. Stadt rechnet mit 150 weiteren Unterbringungsfällen in 2015. Baulandprüfung läuft.

Wedel | Während die Politik weiter um mögliche Standorte für den Bau von Notunterkünften ringt, spitzt sich die Lage in Sachen Flüchtlingsunterbringung zu. Ende März, spätestens Anfang April seien alle städtischen Unterkunftsplätze belegt, sagte Bürgermeister Niels Schmidt im Tageblatt-Gespräch. Bedeutet: Die Stadt muss jetzt Wohnungen und Häuser anmieten, um ihrer Unterbringungspflicht nachkommen zu können. Und das im großen Stil. Nach aktuellen Prognosen rechnet Wedel mit 150 Flüchtlingen, die im Laufe des Jahres nach Wedel kommen.

Und das ist nicht alles. Dazu droht aktuell rund 30 Wedelern die Wohnungslosigkeit. Ferner müsse sich die Stadt Wedel auf weitere Unterbringungsfälle, etwa von Aussiedlern, vorbereiten, so Wleklinski. Macht zusammen rund 200 Personen, für die die Rolandstadt eine Bleibe finden muss.

Gegebenenfalls in Containern? Die seien derzeit nicht im Gespräch, so Wleklinski. Und auch der geplante Neubau zweier fester Unterkünfte ist im laufenden Jahr nicht mehr zu realisieren. Also die große Miet-Offensive. Angesichts des notorisch angespannten Wohnungsmarkts in Wedel dürfte das keine leichte Aufgabe sein.

Laut Schmidt habe die Stadt jedoch bereits mehrere Objekte im Auge und führe Gespräche mit potenziellen Vermietern. Wobei laut Wleklinski teilweise Menschen gezielt auf die Stadt zukommen würden, weil sie helfen wollten und etwa nicht genutzte Ferienwohnungen anböten. Auch ein Ausdruck einer funktionierenden Willkommenskultur, so der Sozialamtsleiter. Er sei jedoch dankbar für jedes weitere Mietangebot, sagt Wleklinksi.

Oliver Wleklinski (Sozialamt).
Oliver Wleklinski (Sozialamt).
 

Bleibt die Frage nach der Bezahlung. Laut Schmidt führt die Unterbringung in Mietswohnungen zu überplanmäßigen Ausgaben. Dies sei jedoch kein Problem, da die durch Land und Bund gezahlten Unterbringungskosten diese Ausgaben decken würden.

Schmidt erklärte weiter, dass die Stadt auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten mittlerweile auch das ehemalige Schwesternheim beim Krankenhaus geprüft hätte. Ergebnis: nicht geeignet. 40 Einzelwohneinheiten, eine große Gemeinschaftswohnküche, dazu ein Sanierungsbedarf, der eine Investition von 300.000 bis 500.000 Euro erforderlich mache: So ließen sich Wohnungen oder ganze Notunterkünfte nicht ersetzen, so Schmidt. Das Heim könnte allenfalls in großen Notlagen für eineige wenige Einzelpersonen als Unterkunft dienen, sagt der Verwaltungschef.

Und wie steht es um die möglichen Neubauflächen? Die Plätze eins und zwei der Prioritätenliste, das Grundstück Ecke Feldstraße  /  Rudolf-Breitscheid-Straße sowie das Areal neben der Steinberghalle, würden derzeit noch auf Bebaubarkeit geprüft, so Schmidt. Das Ergebnis werde demnächst der Politik vorgestellt. Wobei auch zu bedenken ist, dass an der Feldstraße Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt der Grünfläche gesammelt werden.

Die Fraktionen müssen neben dem dritten möglichen Standort, dem Parkplatz Heinestraße, zudem immer noch über Grundstück vier befinden. Schmidt stellte indes nochmals klar: Gebaut werde nach jetziger Planung lediglich an maximal zwei Standorten. 1,6 Millionen Euro hat Wedel für zwei feste Häuser in der Finanzplanung veranschlagt.

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erstellt am 14.Mär.2015 | 10:00 Uhr

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