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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. November 2017 | 21:45 Uhr

Die Unterkünfte sind bezogen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Flüchtlinge Auslastung in den Einrichtungen auf gutem Niveau / Puffer für Familiennachzug gibt es vor allem in der Industriestraße

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Fahrräder lehnen an der Wand, daneben stehen Kinderwagen, hinter hellblauen Fensterrahmen hängen Gardinen: Kein Zweifel, die neue Flüchtlingsunterkunft an der Kreuzung Feldstraße / Rudolf-Breitscheid-Straße ist bezogen. Nahezu voll belegt sei die Einrichtung, berichtet die Stadt auf Nachfrage. Und erste Kontakte von Seiten und zu den Nachbarn seien auch schon geknüpft.

Fachdienstleiterin Martina Reimer hat die aktuellen Bezugszahlen in den Flüchtlingsquartieren in Wedel parat: „Gemessen an der Zahl der Gesamtplätze, die in den städtischen Unterkünften für Wohnungsnotfälle – also nicht nur für Geflüchtete – und den derzeit 83 für die Unterbringung von Geflüchteten angemieteten Wohnungen zur Verfügung stehen, beträgt die Auslastung insgesamt derzeit rund 90 Prozent“, sagt die Fachfrau. Freie Plätze stünden in erster Linie in der Industriestraße zur Verfügung. Die Unterkunft dort ist derzeit mit 13 Bewohnern belegt. „Die Auslastung ist insofern auf einem guten Niveau, als dass es keinen unnötigen Leerstand gibt, aber auch noch Puffer für kurzfristige Notfälle besteht“, beurteilt Reimer die Gesamtsituation.

Die Einrichtung in der Industriestraße ist durchweg mit Männern besetzt. Aufgrund der Sammelwaschräume ist eine gemischtgeschlechtliche oder Familiennutzung dort nicht möglich. Kommen neue Familien, müssen Männer aus anderen Unterkünften umziehen, so die Lösung der Stadt.

Durch den verringerten Zustrom habe sich die Situation der Unterbringung deutlich entspannt, betont Reimer. Weil die Ehrenamtlichen kräftig halfen, für Flüchtlinge eine eigene Unterkunft zu finden, konnte die Stadt inzwischen sogar zusätzlich angemietete Wohnungen zurückgeben. „Dennoch wird uns von Bund und Land signalisiert, dass sich durch eine Gesetzesänderung, die am 1. März 2018 in Kraft tritt, der Familiennachzug verstärken könnte.“ Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz dürfen dann ebenso wie anerkannte Asylbewerber ihre Familien nachholen.

Eine zahlenmäßige Prognose diesbezüglich für Wedel mag Reimer nicht abgeben. „Es gab jetzt ein paar entsprechende Fälle“, berichtet sie. Wegen der aktuellen Koalitionsverhandlungen sei es allerdings schwer zu sagen, wie die Entwicklung aussehen wird. „Mit Blick auf die bestehenden Zuteilungsschlüssel und die in der Bundespolitik im Gespräch befindliche Begrenzung der Aufnahmezahlen, schauen wir der zukünftigen Entwicklung verhältnismäßig gelassen entgegen“, so die Einschätzung der Fachdienstleiterin.

Die Unterkunft in der Industriestraße hat mittlerweile nicht nur männliche Bewohner aufgenommen und stellt nicht nur freie Kapazitäten bereit. Sie gibt auch anderen Einrichtungen Asyl. Der Diakonieverein Migration unterhält dort eine Beratungsstelle vor Ort und auch die VHS ist in der Industriestraße in einem großen Schulungsraum untergekommen. Das VHS-Haus in der ABC-Straße sei ausgebucht, erläutert VHS-Leiterin Cornelia Mayer-Schwab. „Wir haben nach Räumlichkeiten für unsere Integrationskurse gesucht.“ Die Situation findet sie perfekt. Es sei ideal, mit dem Angebot gleich vor Ort zu sein.  

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