FH Wedel : Die Technik des Computerspiels

Die Studenten des neuen Studiengangs werden auch lernen, 3 D-Umgebungen zu kreieren.
Die Studenten des neuen Studiengangs werden auch lernen, 3 D-Umgebungen zu kreieren.

Die Fachhochschule Wedel bietet ab Herbst den „Computer Games Technology“ an. Branchenumsatz in 2013: 1,59 Milliarden Euro.

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22. Juli 2014, 12:00 Uhr

Wedel | Die Fachhochschule Wedel bietet ab kommendem Semester einen neuen Studiengang an: „Computergames Technology“ – das Studium der Computerspieltechnologie. Die Studenten sollen dabei lernen, wie ein Computerspiel von der Idee bis zum fertigen Produkt entwickelt wird. Und damit sie dieses nach sechs Semestern wirklich beherrschen, stehen auf dem Studenplan des Bachelor-Studiengangs zahlreiche Vorlesungen und Seminare aus den Fachbereichen Mathematik und Informatik. Denn diese beiden Disziplinen bilden, laut Studiengangsleiter Professor Christian-Arved Bohn, die Grundlage bei der Erstellung von Computerspielen.

Mit der Einführung des neuen Studiengangs folgt die Fachhochschule Wedel einem Trend, der sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland bemerkbar gemacht hat. Denn die Computerspielbranche wächst: Im vergangenen Jahr erzielte sie in Deutschland einen Umsatz von 1,59 Milliarden Euro und hat damit die Musik- und Fernsehindustrie eingeholt. Zudem gehören Computerspiele inzwischen zum Alltag: Laut Branchenverband Bitkom spielen 80 Prozent der unter 30-Jährigen regelmäßig, in der Altersgruppe von 30 bis 49 Jahren ist es – mit 44 Prozent – fast jeder Zweite.

Die Zukunftsaussichten für die Studenten des neuen Studiengangs seien sehr gut. „Überall, wo Games produziert werden, gibt es auch freie Stellen“, sagte Achim Quinke vom Branchennetzwerk Gamecity Hamburg. Allein in Hamburg seien derzeit hunderte Stellen unbesetzt.

„Die Spieleprogrammierung lastet alles, was Informatiker lernen, am meisten aus“, sagte Bohn im Gespräch mit dieser Zeitung. Deshalb sei sie besonders schwierig und erfordere ein spezifischeres Wissen als reine Informatik. „Zu Beginn überschneiden sich viele Studieninhalte mit denen unseres Studiengangs Medieninformatik“, erläuterte Bohn. Lediglich die Einführung in Computer Games und interaktive Medien sei dem neuen Studiengang vorbehalten. „Dabei lernen die Studenten von einem externen Dozenten aus der Branche, welche Aspekte alle zur Entwicklung eines Computerspiels gehören.“ Im kommenden Semester sei dies Stefan Klemm, der im Management der Hamburger Spielentwicklungsfirma Goodgame Studios arbeitet.

Prinzipiell könne jeder Computer Games Technology studieren, sagte Bohn. Der Studiengangsleiter könne sich vorstellen, dass es viele Schulabgänger gebe, die selbst gern spielten und interessiert daran wären, der Technik dahinter auf den Grund zu gehen. „Es ist auch keine Vorerfahrung im Programmieren oder in anderen Informatikbereiche nötig“, versicherte Bohn. Eine Affinität für Mathematik sei jedoch von Vorteil, da diese einen großen Teil des Studiums einnehmen würde.

Bewerbungsfrist für den Studiengang „Computer Games Technology“ ist der 31. August. Zugangsvoraussetzung ist die Fachhochschulreife. Die Studiengebühr beträgt 1290 Euro pro Semester. Derzeit befindet sich der Studiengang noch im Genehmigungsverfahren. Sollte dies bis zum Semesterbeginn noch nicht abgeschlossen sein, könnten die Studierenden mit dem Fach Medieninformatik beginnen. Die Leistungen werden beim Wechsel angerechnet. Mehr Informationen gibt es im Internet: www.fh-wedel.de
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