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Wedel-Schulauer Tageblatt

16. Dezember 2017 | 22:22 Uhr

Wahl in Wedel : Die Stimmen der Schüler

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bei der Bildungs-Aktion „U18“ können Minderjährige über die künftige Zusammensetzung des Bundestags abstimmen.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 15:00 Uhr

Angela Merkel oder Peer Steinbrück: Morgen steht fest, wer Deutschland für die nächsten vier Jahre regieren soll. Zumindest wenn es nach den Unter-18-Jährigen geht. Denn im Rahmen der Aktion „U 18 – die Wahl für Kinder und Jugendliche“ können sie bis neun Tage vor der eigentlichen Bundestagswahl am 22. September ihre Stimme abgeben.

In Wedel hatte bereits gestern das Wahllokal in der Risthütte geöffnet. 500 Schüler der Klassen 8 bis 12 konnten ihre Stimme abgeben. Zwischenstand gestern Abend: CDU (83 Stimmen, 28,2 Prozent) und Grüne (81 Stimmen, 28,1 Prozent) liegen fast gleich auf. Es folgen SPD (65 Stimmen. 22,6 Prozent) und FDP (22 Stimmen, 7,6 Prozent). Piraten und Linke scheitern bisher an der Fünf-Prozent-Hürde.

Ein Endergebnis für Wedel gibt es erst, wenn am morgigen Freitag auch die Schüler der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule und der Gebrüder-Humboldt-Schule abgestimmt haben.

Ziel der U-18-Wahl: „Junge Menschen sollen dabei unterstützt werden, Politik zu verstehen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen und Versprechen von Politikerinnen und Politikern zu hinterfragen“, erklären die Organisatoren der bundesweiten Aktion. Kinder und Jugendliche lernen, ihre eigenen Interessen zu erkennen und werden motiviert, aktiv ihre eigene Lebenswelt mitzugestalten.


Mit Youtube gegen Politikverdrossenheit


In Wedel wurde die Wahl von Risthütten-Diakon Christian Weber und dem Jugendbeirat der Stadt Wedel auf die Beine gestellt. „Die Resonanz war echt toll“, sagte die 14-jährige Laureen Lotter vom Jugendbeirat. „Es ist erstaunlich, wie viele kommen.“ Zwar gingen die Schüler der Klassen 8 und 9 im Rahmen ihres Unterrichts ins Wahllokal, wo Weber sie über die Wahl informierte. Doch die Teilnahme am Urnengang war – wie der „richtige“ – freiwillig. Um möglichst viele ihrer Altersgenossen zu mobilisieren, sind Mitglieder des Jugendbeirats durch die Schulen gelaufen und haben dort für die Aktion geworben.

Junge Menschen mit vermeintlicher „Null-Bock-Mentalität“ für Politik zu interessieren – das ist kein leichtes Unterfangen. „Jugendliche haben zu wenig Einfluss, sie können nur schwer etwas erreichen“, so Lotter. Das ist in Wedel nicht anders als in anderen Teilen der Bundesrepublik. So musste die Wahl des Jugendbeirats im vergangenen Jahr verschoben werden, weil es nicht genug Bewerber gab, berichtet Julian Fresch, Vorsitzender des Gremiums. Und auch bei den öffentlichen Sitzungen seien meist nur drei junge Menschen anwesend.

Um das Interesse zu steigern, geht der Jugendbeirat neue Wege. In ihrem „YouKnow“-betitelten Youtube-Kanal laden die Mitglieder Videos hoch, in denen sie über aktuelle politische Geschehnisse in Wedel informieren – und damit den Zeitgeist ihrer Generation treffen: „Wir haben nicht damit gerechnet, dass wir so schnell so viele Klicks erreichen“, sagt Fresch. Wer jünger als 18 Jahre alt ist und wählen möchte, kann das noch bis morgen im Rathaus erledigen. Ansprechpartnerin ist Kirsten Zinner von der Stadtjugendpflege.

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