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Wachstum in Zeiten der Zinsflaute : Die Stadtsparkasse Wedel zieht Bilanz

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Sparkasse schließt das Geschäftsjahr 2015 mit einer Bilanzsumme von 551 Millionen Euro ab.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2016 | 13:45 Uhr

Wedel | Die Niedrigzinspolitik von Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), macht auch der Stadtsparkasse Wedel zu schaffen. Dennoch konnten die beiden Vorstände Marc Cybulski und Josef Musil bei der Jahresbilanz für 2015 weiteres Wachstum verkünden.

Negativzinsen müssen derzeit weder Privat- noch Firmenkunden bei der Stadtsparkasse zahlen. Ein Zugewinn beim Ersparten ist derzeit aber auch nicht zu erwarten: Nullzinsen. „Durch die Inflation verliert der Sparer momentan zirka ein Prozent seines Vermögens im Jahr“, sagt Musil. Der Sparkassenvorstand betont, dass auch Kleinsparer in diesen Zeiten mehr Risiko eingehen müssen. „Wir versuchen unsere Kunden für den Aktienmarkt zu öffnen.“ Die Einstellung der Anleger müsse jedoch erst entwickelt werden, besonders die Bereitschaft, auch Kursschwankungen durchzustehen.

Ein Ende der mageren Zinsen ist nicht abzusehen. „Wir versuchen alles, um Negativzinsen für Privatkunden zu vermeiden, aber wir können das nicht garantieren“, so Cybulski. Für Geschäftskunden könnte das Szenario bereits 2017 eintreten. Cybulski betont: „Es kostet uns etwas, Geld unserer Kunden einzunehmen und zu verwalten. Wir leisten eine Bankenabgabe und unsere obligatorische Beteilung zum Sicherungsfonds der Sparkasse für Kundeneinlagen.“

Ungeachtet der schwierigen Lage, kommen die Anleger momentan dennoch zur Sparkasse. Musil: „Wir verfügen über einen Einlagenbestand von 376,7 Millionen Euro – das sind noch einmal zehn Millionen mehr als 2014.“ Auch bei der Vergabe von Krediten macht die Stadtsparkasse einen Sprung nach vorn. Die Neuzusagen steigen von 70,4 Millionen Euro auf 97,7 Millionen. Ein wesentlicher Motor sei der boomende Immobilienmarkt, dort vergibt die Sparkasse mittlerweile zweieinhalb Mal so viele Kredite wie noch 2012. Cybulski unterstreicht, dass diese Zehn-Millionen-Euro-Einlage der Stadt Wedel möglich sei. Unter dem Strich steht für das Kreditinstitut eine Bilanzsumme von 551 Millionen Euro – ein Zuwachs von 4,2 Prozent gegenüber 2014. Deutlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren auch die Spendensumme. Die Sparkasse schüttete zuletzt 216.000 Euro aus. 100.000 Euro davon wurden der Kulturstiftung der Sparkasse zugeführt.

Die Digitalisierung bleibt weiter ein wichtiges Thema. Im Herbst werden die deutschen Banken den Bezahlservice Paydirect einführen, eine direkte Konkurrenz zum Marktführer Paypal. Das Angebot soll günstiger sein und verspricht eine höhere Datensicherheit. Außerdem soll das Online-Bankingangebot der Sparkasse ausgebaut werden. So sollen beispielsweise Rechnungen und Kontoauszüge dauerhaft auf einem Server gespeichert werden.

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