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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. August 2017 | 07:39 Uhr

Wedel : Die Stadt muss 14 Bäume fällen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Viele Exemplare sind bereits tot oder unheilbar befallen.

Wedel | Das Fällen von Bäumen ist eine heikle Angelegenheit. Nicht immer ist von außen zu erkennen, warum ein Baum geschlagen werden muss. Die Stadt Wedel überprüft jedes Jahr ihren Baumbestand. Sie ist für die Sicherheit ihrer Bürger verantwortlich, die davor geschützt werden müssen, dass nicht im Sturm dicke Äste abbrechen oder sogar ganze Bäume entwurzelt werden.

14 Bäume müssen in der jetzt anstehenden Schneideperiode gefällt werden, teilt die Bauverwaltung mit. Sie ist in der Angelegenheit um Transparenz bemüht: „Damit jeder die Notwendigkeit nachvollziehen kann, wird bereits heute erläutert, warum das im Einzelfall so sein muss“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bei elf Exemplaren erkenne bereits der Laie, dass eine Fällung nötig ist, erklärt die Verwaltung. Weil die Bäume halb oder bereits ganz abgestorben sind, über die Maßen schräg wachsen oder deutliche Schäden am Stamm sichtbar sind. So muss ein Ahorn am Containerplatz in der Kehre Pulverstraße weichen. Darüber hinaus eine Eiche am Parkplatz des Waldfriedhofs, eine Kastanie am Strandbaddamm, eine Birke an der Schranke beim Hoophof und eine Blutpflaume in der Boockholtzstraße – alle, weil sie bereits tot sind. Ein Ginkgobaum im Galgenberg, ein Apfeldorn am Hans-Böckler-Platz sowie eine Kugelkirsche in der Schulauer Straße sind im Begriff abzusterben und müssen ebenfalls gefällt werden.

Starke Schräglage, Schäden am Stamm

Direkt am Ortsschild in der Rissener Straße steht eine Birke in so starker Schräglage, dass es nicht mehr hinnehmbar sei, so das Bauamt. Sie muss genauso gefällt werden wie zwei Rotdorne in der Riststraße, die starke Schäden am Stamm aufweisen.

Nicht gleich auf den ersten Blick zu erkennen sei, wieso eine Hainbuche in der Gärtnerstraße abgeholzt werden müsse. Der Stamm weise eine 90-Grad-Kurve mit fortgeschrittener Höhlung auf, schreibt die Verwaltung. Die Konsequenz: Sie kann nicht mehr als bruchsicher eingestuft werden.

In der Kehre im Ansgariusweg steht eine Kastanie, deren Stamm bis zum Kronenansatz mit dunklen Flecken überzogen ist. Sie seien der sichtbare Teil des sogenannten Symtomkomplexes, unter dem Kastanien generell so massiv litten, klärt die Stadt auf: „Es handelt sich um verschiedene Erreger, die sich im Stamminneren ausbreiten und nun im Endstadium an die Oberfläche dringen.“ Das Stammholz werde zersetzt. Die Folge: Der Baum wird brüchig, hat keinen sicheren Stand mehr und würde im kommenden Jahr möglicherweise nicht einmal mehr austreiben. Die Verwaltung bedauert: „Für eine Nachpflanzung ist an der Stelle leider nicht genug Platz.“

Auch in der Schauenburger Straße muss ein Baum gefällt werden: eine Linde. Aber Entwarnung: Es ist nicht eine der beiden alten Linden vor dem Reepschlägerhaus.

Fällgenehmigungen liegen vor

Zweihundert Meter weiter auf der rechten Seite stadtauswärts Richtung Holm stehen zwei prächtige Exemplare. Oberirdisch sehen sie noch gut aus. Doch die Östliche sei befallen, erklärt das Bauamt: „Bei der Baumkontrolle sind an der Westseite im Wurzelbereich kleine graue harte Krusten aufgefallen, die wie Klecks-Asphalt aussehen. Die Experten erkennen darin den gefürchteten Brandkrustenpilz.“ Der zersetze die unterirdischen Wurzelteile in Windeseile zu Matsch. Und da der Baum seit langem hohl ist, sei eine zeitnahe Fällung unumgänglich. Leider sei auch dieser Standort nicht für eine Nachpflanzung geeignet, bedauert die Stadt.

Die kleineren Bäume würden durch den Bauhof entfernt, erklärt die Verwaltung. Eine Fachfirma, die allerdings erst in Kürze beauftragt wird, kümmert sich um die Großen. Für die große Katanie und die Linde liegen bereits Fällgenehmigungen vor.

Noch stehen die Bäume und können angeschaut werden. Ab Ende Oktober, so vermutet die Verwaltung, oder im November wird mit der Entfernung der Bäume begonnen.

Die Stadt Wedel versichert: Es wird wieder Baumpflanzungen geben. Die Planungen dauerten  allerdings  noch an. Sobald sie abgeschlossen sind, will die Stadt ihre Bürger detailliert darüber unterrichten.
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erstellt am 14.Okt.2014 | 12:00 Uhr

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